Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
Entstehung
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maitiſcher Geißeln nach der Marienburg gebracht wor⸗ den war, in ſein Haus und zu ſeiner Gattin führte, damit er ihnen den Sohn erſetze, den Gott ihnen verſagt. 4

Der Hochmeiſter Ulrich von Jungingen hatte freu⸗ dig ſeine Einwilligung zu dieſer Adoption gegeben. Es war dem wackern Herzen desſelben ſtets ein tiefer Schmerz geweſen, zu ſehen, wie die ſamaitiſchen Gei⸗ ßeln, meiſtens Söhne und Brüder angeſehener Bojaren oder wackerer Landbeſitzer, als Kriegsgefangene behan⸗ delt und überaus ſchlecht, ganz gegen die eigentlichen Ver⸗ träge, gehalten wurden.

Die Jünglinge des noch kaum beſiegten Volkes als Geißeln dem Orden übergeben bei den verſchiedenen Friedensverträgen, kamen im beſten Falle als Lanzen⸗ knechte in die ihrem Vaterlande am fernſten liegenden Ordensballeien, während die minder glücklichen, dem in Preußen anſäßigen Adel übergeben wurden.

Aber dort machte man ſie nicht wie urſprüng⸗ lich verſprochen war, zu Pagen und Knappen, die im erſten Fall der Dame des Hauſes die Dienſte eines Sohnes, im andern dem Herrn die Dienſte eines adeli⸗ gen Söldners, der auf die Ritterwürde Anſpruch behält, zu leiſten hatten, ſondern man behandelte ſie als leib⸗ eigene Knechte, ließ ſie im Felde arbeiten, ja ſogar den

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