Teil eines Werkes 
1. Theil (1862)
Entstehung
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denzweigen gebunden, und Sungalo wehrte ſich noch und ſein Weib und ſein Knabe ſtanden neben ihm.

Endlich ward auch er entwaffnet! Zu gut fühlte ich, daß dieſer Mann das Haupt der Empörung un⸗ ter den Gefangenen ſei. Wir mußten noch zwei Tage durch die Wildniß ziehen. Noth hat kein Ge⸗ bot! Ich befahl ihn zu tödten.

Da trat ſein Weib zu mir, eine ſchöne, ſtattliche Frau, und ſie beſchwor mich, ihrem Gatten das Le⸗ ben zu laſſen. Er ſei gar kein Samaiter, ſondern ein vornehmer lithauiſcher Bojar, und durch Zufall in der Wildniß auf dieſe Truppen, die ich führte, ge⸗ ſtoßen, da er ſich auf der Flucht vor Withold be⸗ fand. Sie bot mir hohes Löſegeld, ſie verſprach, für den Gehorſam der Gefangenen ſtehen zu wollen.

Ach! ich ſehe ſie oft noch in meinen Träumen, wie ſie flehte, jammerte, wie ſie zu meinen Füßen lag! Unterdeß hatten die Leute, denen ich es ſo befohlen, an einer nahen Eiche eine Schlinge gemacht und den ſtarken blühenden Mann gehängt.

Letzkau hatte die Hand vor die Augen gehalten als er dieſe Worte ausſprach, er war todtenbleich, als er ſein Geſicht wieder erhob.

Sungalo war lautlos geſtorben, ſein Weib ſah es plöͤtzlich und eine fürchterliche Veränderung trat bei 19