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unſere freudenloſe Kindheit die Liebe, die unſere jugend⸗
lichen Herzen früh verband. Indeß meine herzliebe Ger⸗ trud, das Eine iſt gewiß, wenn Marie auch nicht die ſüßen Freuden ſolch' einer Liebe wie die unſere kennen lernte, ſo wird ihre Ehe darum nicht minder glücklich ſein als die unſere. Wir haben das Herz des wackern Große geprüft, und wiſſen wie redlich ehrenhaft und liebevoll es iſt. In zwei, drei Jahren wird ſie ihren Ehe
mann eben ſo lieb haben wie Du mich, davon bin ich feſt überzeugt, und— er hat ſich die Braut errungen durch viel Gutes, das er that, und viele Opfer, die er brachte, während ich, liebe Gertrud, vielleicht— vielleicht ein Verbrechen beging, um die meine zu erwerben.—— Nein! Gertrud zittere nicht und ſieh' mich nicht mit ſol⸗ chen fragenden Augen an, ich werde Dir Alles ſagen: vor Menſchen war, was ich that, meine Pflicht; Gott richtet aber anders, und es heißt im Evangelium:„Selig ſind die Barmherzigen, denn ſie werden Barmherzigkeit erlangen.“— Der edle Meiſter Winrich von Knipprode war in Gott entſchlafen. Friede der Aſche meines theuern Wohlthäters! Conrad Zollner v. Rothenſtein hatte ſein Amt mit einem großen Kampf gegen die Samaiten be⸗ gonnen, und ich hatte als Hauptmann der Miliz unſerer Stadt unter ihm gefochten. Gertrud, eine Frau weiß nicht was ſo ein Krieg auf ſich hat.— Der Orden


