Teil eines Werkes 
1. Theil (1862)
Entstehung
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Als Conrad Letzkau in ſein Haus zurückgekehrt war,

lag noch die finſtere Wolke auf ſeiner Stirn. Frau Ger⸗ trud hatte den Tiſch zur Abendmahlzeit ſo freundlich ge⸗ ordnet und ihre liebevollen Augen hingen ſo theilnehmend an dem Geſicht des Gatten, daß Letzkau ihr voll Herz⸗ lichkeit die Hand reichte und ſie zu ſich ziehend ſein Haupt an ihre Bruſt lehnte.

Bete für mich, herzliebe Frau, ſagte er,ich will Dir jetzt beichten.

Die Matrone hielt den Gatten feſt umſchlungen und horchte mit Spannung dem, was er ihr erzählte.

Es war im Jahre 1383. Es war ein ſchweres und ſchreckliches Jahr, obgleich für mich dennoch ein Jahr voll Glück. Nun Gertrud, T Dr weiſt was ich meine, ich hatte Dich damals kennen gelernt und*

Conrad, mein lieber Gatte, ſagte die Frau,ge⸗ wiß, ich werde jene Zeit nie vergeſſen, und oft hat unſere Marie mich gedauert, daß ſie das Glück der Liebe nicht wie wir kennen gelernt.

Ein Menſch kann nicht alles Glück der Welt be⸗ ſitzen, Gertrud, entgegnete Letzkau.Wir waren Wai⸗ ſen, ich von der Barmherzigkeit erzogen, Du zwar reich, aber ohne die Liebe von Vater und Mutter in einem fremden Hauſe. Gott gab uns Beiden zum Erſatz für

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