—
277
ſchöne Linnen und die reichen Möbel von geſchnitztem Eichen⸗ und Nußholz erregten nicht weniger die Be⸗ wunderung der Anweſenden als die feinen Weine aus Ungarn, Frankreich und vom Rheine, das ſüße Backwerk aller Art, die Braten, Schinken und Würſte, welche in reichlichſter Menge aufgetragen wurden.
Der Abend war aber noch nicht auf die heiter wer⸗ dende Geſellſchaft niedergeſunken, als die Erſcheinung eines der rothgekleideten Stadtdiener die Fröhlichkeit derſelben unterbrach. Ein Botſchafter vom Hochmeiſter aus Marienburg verlangte noch an dieſem Tage mit dem verſammelten Rathe der Stadt Danzig eine nothwendige Rückſprache zu nehmen, und da das Sprüchwort:„Herren⸗ dienſt gehtüber Gottesdienſt“ ſeine Geltung in den Zeiten wo Krieg droht noch mehr als ſonſt hat, ſo war dieſe Meldung ein Zeichen, daß die Fröhlichkeit beſchloſſen werden müſſe. Die meiſten Frauen verfügten ſich allein nach ihren Wohnungen, denn auf die Anordnung des Bürgermeiſters Letzkau begaben ſich die zum Rathe ge⸗ hörigen anweſenden Männer ſogleich in die neue Raths⸗ ſtube, um dort den Boten des Meiſters zu empfangen.
Auch das Rathhaus der reichen Stadt Danzig war zur Zeit noch im Bau begriffen. Die Stube der Raths⸗ verſammlung aber ſchon auf's Beſte ausgebaut und einer ſo blühenden Stadt als Danzig würdig ausgeſchmückt.


