Teil eines Werkes 
1. Theil (1862)
Entstehung
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allen Stücken und nach allen Seiten hin ehrenhaft und

ohne Tadel? Haſt Du je eigenen Vortheil geſucht, indem Du für das öffentliche Wohl ſorgteſt, haſt Du je, indem Du das Beſte dieſer Stadt verwaltet, die Dankbarkeit und Treue vernachläſſigt, die Du dem Orden, der Dich er⸗ zog und für Dein Fortkommen in der Welt ſorgte, ſchuldig biſt?

Gertrud! entgegnete Letzkau, indem er ſeine Le⸗ bensgefährtin an ſich zag und ihre Hand in der ſei⸗ nigen behielt,und doch laſtet auf meinem Herzen das Bewußtſein einer böſen ſelbſtſüchtigen That, und ein ſchrecklicher Fluch, der einſt vor langen Jahren auf mein Haupt geſchleudert wurde, tönt noch in meinen Ohren wieder. Du weißt, meine liebe Hausfrau und treue Gefährtin etwas aus meinem Leben nicht, das meine Nächte jetzt wieder mehr als früher beunruhigt.

Etwa vor einem Jahre kam ich ſehr traurig Abends aus der Verſammlung in Arthurshofe heim, das war an dem Tage, da der Hochmeiſter mich be⸗ ſchickt hatte wegen des böhmiſchen Fräuleins. Mir kam das, wie uns Allen damals, gar ſeltſam vor, und geſiel uns nicht. Was haben dieſe Ritter mit Weibern zu thun? Und müſſen fahrende Dirnen noch in unſere

Stadt kommen und wir, der Rath ſelber, ſie in Schutz

nehmen? Wir fragten den Herrn Abt von Oliva,