————————
Zweige und das Immergrün der Gebüſche und Lorbeeren lebhafter erſcheinen läßt.
Lionel und Sophy ſitzen jetzt auf jenem moosbewachſenen Stamm; zwiſchen ihnen der alte grauhaarige Mann, und die jungen Leute ſcheinen auf eine Weile übereingekommen zu ſeyn einander ſelbſt zu vergeſſen, um ihn fühlen zu laſſen, mit welch zärtlicher Liebe man ſein gedenkt. Sophy hat ihre beiden Hände auf die Schulter des alten Mannes gelegt, ſchaut ihm ins Geſicht und flüſtert ihm ins Ohr mit einer Stimme, die dem Gegurre einer glücklichen Taube gleicht. O fürchte Nichts, Sophy. Er iſt auch glücklich, er der nie⸗ mals an ſich ſelbſt denkt. Sieh das heitere Lächeln um ſeine ſchalk⸗ haften Lippen, ſteh— jetzt weist er Sir Iſaak zu Vance; mit ſtrenger Feierlichkeit macht der Hund ſeine Kunſtſtücke, und Vance, der mit der Hand ſein Kinn ſtreicht, moraliſirt über Alles was hätte geſchehen können, wann er ſich ſeine drei Pfund für das famöͤſe Unternehmen hätte verdrießen laſſen.
Hinter dieſer Gruppe, von dem Dornſtrauch beſchattet, ſteht der Prediger, gedankenvoll und ernſt den Kummer vorherſehend, der morgen über den alten Mann kommen muß, wenn er erfährt, daß ſein verbrecheriſcher Sohn ſeinem Ende nahe iſt, und wenn er forteilen wird, um Jaſpers letzte Tage durch Verzeihung zu tröſten. Aber der Prediger blickt nicht blos hinab auf das Todtenbett; weiter und hoch über den Tod hinaus blickt der Prediger! Mit welchen Worten, die himmliſche Barmherzigkeit ſeinen Lippen leihen mag, wird er noch rechtzeitig der Seele des Sterbenden einen Weg bahnen und das Ge⸗ flüſter der Hoffnung am Schluß eines Lebens rechtfertigen, das durch die Schatten ſeiner Vergangenheit ſo ſehr verdunkelt iſt? Und zu ihm, dem Prediger, werden die Ueberlebenden— die zwei Leidtragen⸗ den in der Friſche ihrer Trauer kommen! Er, der alte Mann? Ja, für ihn wird Troſt vorhanden ſeyn. Seinen Geiſt hat des Himmels Güte zu Anfechtungen geſtählt, und ach, was konnte für dieſen Sohn ein Vater Beſſeres hoffen, als einen von Schande freien Tod und eine


