Teil eines Werkes 
6. - 9. Th. (1859)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

der Reue noch gewährte Ausſicht? Aber ſie, das grimme eiſen⸗ graue Weib? Des Predigers Theilnahme wird ſich, das weiß ich, bald auf ſie concentriren und Balſam mag noch auf Deine Wunden tropfen, Du armes, grimmes, eiſengraues, liebendes Weib!

Seht! dieſer Verräther, der Flötenbläſer, über welchen der tiefe dankbare Schatten von den Rinnen des geretteten Daches fällt, obſchon noch unbewußt der glücklichen Veränderung im Schickſale des Herrn, der binnen Kurzem jenen ſkelettartigen Bau(und viel⸗ leicht für Söhne, die in Wahrheit aus Darrellſchem Blute ent⸗ ſproſſen ſind) vollenden und zu weit edleren Zwecken den Plan eines unvollkommenen großen Lebens ausführen wird; obſchon⸗ der Muſtker bis jetzt die Freude, die ſein ſchändlicher Verrath an 3 Sophy ſo wenig verdient, weder kennt noch ahnt, ſo ſcheinen ſich jene feineren Wahrnehmungen des Sinnes, denen ſich Verände⸗ rungen in Freud und Leid, ſchon ehe ſie eintreten, kundthun, und welche die Kunſt ſo geheimnißvoll den Geiſtern verleiht, aus denen Muſik geboren wird, auch bei ihm zu bethätigen, denn ſeine Me⸗ lodien ſchwimmen von ſelbſt in Freude: die Fröhlichkeit macht ihn melodiſch wie einen Vogel beim Herannahen des Frühlings..

Und Alban Morley, der ſcheinbar die Skizze betrachtet, die ſeine liebenswürdige Nichte ſeinem kritiſchen Geſchmack unterbreitet, ehe ſie dieſelbe Vance zu zeigen wagt, ſchaut unter ſeinen Brauen hervor nach dem Hain, aus welchem der alte vielerfahrene Buchen⸗ baum über all ſeine dunkeln Brüder hervorragt, und er ſagt zu ſich ſelbſt:Zehn gegen eins, daß das alte Haus Vipont jetzt die Criſis überſteht; und tauſend gegen eins, daß ich zuletzt meinen Lehnſtuhl am Herde meines alten Schulfreundes Guy Darrell finde.

Und der See iſt ſpiegelglatt; und die Schwäne ruhen noch immer, der Muſik lauſchend, mit ihren weißen Brüſten am Gras des Randes; und das Reh, das mit ſeinen Vorderfüßen im Waſſer ſteht, erhebt nachdenklich ſeinen Kopf mit ausgeſpannten Naſen⸗