einer Natur getaucht, welcher ich unbewußt Gerechtigkeit widerfahren ließ in der Seelenqual, die ich erduldete, als ich Euch verlor; aber ſaget mir nicht, daß ich ſelbſt damals unter dem Einfluß der Weibes⸗ liebe geſtanden habe.“
„Darrell, es iſt wie Ihr ſagt.“
„Ihr geſtehet es und Ihr duldet, daß ich Euch wiederſehe! Läp⸗ piſches und grauſames Weib, thut Ihr es blos um das Gefühl Eurer ungeſchwächten, unabänderlichen Gewalt zu genießen?“
„Ach, Darrell, ach! warum bin ich hier? warum ſehne ich mich, warum fürchtete ich mich ſo ſehr zu kommen? warum entfiel mir mein Herz, als ich dieſe Bäume gegen den Himmel emporragen ſah?— warum, warum— warum wurde es durch den Zauber hiehergezogen, dem ich nicht widerſtehen konnte? Ach, Darrell, ach! Ich bin jetzt Weib— und— und dieß iſt—“ Sie ſenkte ihren Schleier und wandte ſich weg; ihre Lippen konnten das Wort nicht ausſprechen, weil das Wort nicht Mitleid, nicht Reue, nicht Erinnerung, auch nicht Neigung war; und das Weib liebte jetzt zu ſehr, um ihre Liebe der zufälligen Möglichkeit der Verwerfung preiszugeben.
„Bleibt, o bleibt!“ rief Darrell.„O daß ich es wagen könnte, Euch um Vollendung Eures Satzes zu bitten! Ich weiß— ich weiß durch die geheimnißvolle Sympathie meiner eigenen Seele, daß Ihr mich jetzt nie mehr täuſchen könntet! Iſt es— iſt es—“ Seine Lippen ſtammeln gleichfalls, aber ihre Hand wird in der ſeinigen ge⸗ drückt; ihr Kopf ruht an ſeiner Bruſt; der Schleier wird weggezogen von dem holden niedergeſenkten Geſicht; und ſanft ſtehlen ſich an ihr Ohr die gemurmelten Worte:„Wieder und jetzt bis zum Grab— o, bei dieſem heiligenden Kuß wieder— die Caroline von ehemals!“
Voller und voller, Woge um Woge durch die Luft ſich verbreitend, bis er mit dem Athem der Hörenden vermengt ſcheint, ſtrömt der Flöte weicher Erguß entlang. Die Sonne neigt ſich friedlich gen Weſten, keine Wolke an dieſem Himmel, der ſich klarer anſieht durch jene blätterloſen
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