ſprach von Euern Leiden; ſie ſagte mir, daß ſie nicht das mindeſte Mitleid für dieſelben habe.“
„Alban Morley, Ihr unterſtandet Euch ſo von mir zu reden?“ rief Darrell blaß vor Wuth.
„Schlaget zu, aber höret mich. Es iſt wahr, Ihr wolltet, als ich das letzte Mal in Fawley war, es nicht geſtehen, daß ſie die Ur⸗ ſache Eures abgeſchloſſenen Lebens, Eurer zerſtörten Laufbahn iſt; aber ich wußte es beſſer. Inzwiſchen laßt mich fortfahren, bevor Ihr mich erdroſſelt. Lady Montforts frühere freundſchaftlichen Gefühle gegen Euch haben ſich augenſcheinlich gänzlich verändert, und ſie be⸗ auftragte mich hinzuzufügen, ſie hoffe in der That, daß Ihr Euern geſunden Verſtand und Euern Stolz(wovon Ihr, Gott weiß, eine ſchöne Portion beſitzet) dazu aufbieten werdet, um ein albernes und romantiſches Gefühl auszurotten, das ihr ſo mißfällig ſey und ſo—“
„Es iſt nicht wahr! es iſt nicht wahr! Was habe ich Euch gethan, Oberſt Morley, daß Ihr mich ſo verleumden könnt? Ich Euch höhniſche und beleidigende Botſchaften zuſchicken, Mr. Darrell! Ich — ich! Ihr könnt es nicht glauben— Ihr könnt nicht!“
1 Caroline Montfort ſtand zwiſchen Beiden, wie wenn ſie vom Himmel herabgefallen wäre.
Ein halb triumphirendes, halb ſpöttiſches Lächeln ſpielte auf den Lippen des feinen Gentleman. Es verſchwand augenblicklich, als ſein Auge von dem Geſicht des ernſten Weibes auf das des ernſten Mannes ſchweifte. Alban Morley neigte unwillkürlich ſein Haupt, murmelte einige ungehörte Worte und machte ſich unbemerkt davon.
Es war keine Verabredung und kein Vorbedacht, was Caroline Montfort auf dieſen Platz führte; ſie hatte ſich dazu verſtanden ihren Vetter nach Fawley zu begleiten, aber bevor ſie die Parkthüren er⸗ reichte, entfiel ihr der Muth; ſie wollte im Wagen bleiben; der Oberſt, deſſen man, was nun auch das Ergebniß ſeiner politiſchen Sendung zu Darrell ſeyn mochte, möglichſt bald in London bedurfte, konnte ſich nicht lang in Fawley aufhalten, und ſie wollte mit ihm zurückkehren.


