Teil eines Werkes 
6. - 9. Th. (1859)
Entstehung
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in ihre Obhut nehmen, bis ſie es ſicher zu den Verwandten ſeiner Frau ſchaffen könne, während er unter Thränen geſtand, daß dieſelben, eben ſo arm wie er, eine ſolche Aufgabe nur als eine Laſt betrachten könnten.

Die Sängerin ſchrieb Mrs. Vance den Tod ihrer Tochter und ihres Schwiegerſohns, ſo wie die Geburt des Kindes, das ſie in Bälde nach England zu ſchicken verſprach. Aber das Kleine, das ſie mittler⸗ weile zu ſich nahm, gewann ihre Neigungen; mit ſener ſehnſüchtigen Kinderliebe, die eine ſo merkwürdige und beinahe allgemeine charak⸗ teriſtiſche Eigenſchaft der Franzöſinnen(wenn ſie ſelbſt kinderlos ſind) unter der wandernden Klaſſe der Bohémiens ausmacht, die ſich von den gewöhnlichen häuslichen Neigungen ausgeſchloſſen ſieht, welche im Herzen des Weibes nicht ſterben, bis die Weiblichkeit ſelbſt erſtorben iſt, ſchloß ſich die Sängerin an die kleine Waiſe an, der ſie für den Augenblick die Pflege einer Mutter widmete. Sie konnte es nicht übers Herz bringen ſich von ihr zu trennen, und beſchloß daher ſie zu adoptiren.

Die Kenntniß von Mrs. Vance's Umſtänden, ſo wie die Idee, daß die Waiſe, die ihr ſelbſt eine Wonne war, für ihre eigenen Ver⸗ wandten nur eine unwillkommene Laſt ſeyn würde, beſeitigten jeden Scrupel in einem Gemüth, das nicht gewöhnt war ſich durch ernſte Ueberlegung in der Befriedigung eines innern Dranges ſtören zu laſſen. Sie ſchrieb Mrs. Vance, das Kind ſey geſtorben. Sie hoffte, ihr Brief würde ohne weitere Beweiſe ſo armen Verwandten genügen, die ſich nicht denken konnten, daß man ein Intereſſe dabei hätte ſie zu täuſchen. Ihr Glaube war wohl begründet. Mrs. Vance und der Knabe Frank, deren volles Vertrauen und innige Dankbarkeit ihrer Correſpondentin bereits für ihre freundlichen Dienſtleiſtungen gegen die jungen Eltern gewonnen waren, nahmen die Nachricht vom Tode des Kindes ohne Bedenken und Zweifel auf. Die Sängerin zog nach der nächſten Stadt, wo ſie engagirt war. Das Kind, das man bisher ohne Muttermilch auferzogen hatte, wurde kränklich. Der herbeige⸗