Teil eines Werkes 
6. - 9. Th. (1859)
Entstehung
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in ſeine Arme nahm und ſie auf Stirne und Wange mit einer Herz⸗ lichkeit küßte, bei der es gut war, daß Lionel nicht zuſah. Sprach⸗ und athemlos vor Unmuth ſträubte ſich Sophy, aber vergebens, bis Waife den Mann beim Kragen packte und ihn wegſchleuderte mit den Worten:Wie könnt Ihrs wagen, Sir! einem Zornesruf, der von den Hügeln wiederſcholl, Sir Iſaak in vollem Galopp vom See her kommen machte Fairthorn zu ſeinen Strebepfeilern zurückſcheuchte Mrs. Morley von ihrer Skizze aufjagte und, als er an die Ohren Lionels und Darrells ſchlug, Beide mechaniſch nach dem Platze trieb, von wo dieſes Donnergeroll ertönt hatte.

Wie ich es wagen kann? ſagte der Mann, indem er ſeinen zerzausten Rock wieder in Ordnung brachtewie ich es wagen kann meine eigene Nichte zu küſſen? meiner eigenen Schweſter ver⸗ waistes Kind? Verehrungswürdiger Bandit, ich habe ein weit beſ⸗ ſeres Recht als Ihr. O meine theure, ſchwer mißhandelte Sophy, wenn ich daran denke, daß ich mich an Eurem armen Cattunröckchen ſchämte wenn ich daran denke, daß ich Eurem hübſchen Geſichtchen Ruf und Vermögen verdanke und Ihr, Ihr zoget in der Welt herum Kind der Schweſter, auf deren Schönheit ich ſo ſtolz war, dieſer Schweſter, für welche ich, leider vergebens, Watteaus und Greu⸗ zes auf Ofenſchirme und Fächer malte? Wiederum drückte er ſie an ſeine Bruſt, und Waife ſtand dießmal ſtumm und Sophy paſſiv da, denn die Thränen des Mannes floßen über ihr Geſicht und wuſchen jede Schamröthe über den Kuß ab, den ſie heiligten.

Aber wo iſt mein alter Freund William Loſely? wo iſt Willy? rief eine andere Stimme, während ein hochgewachſenex ſchmächtiger Mann aus der Halle ſchritt und dem armen Waife un⸗ bewußt ins Geſicht ſchaute.

Alban Morley! ſtammelte Waife;Ihr habt Euch nur we⸗ nig verändert. 1

Der Oberſt blickte wieder, und in dem aͤltlichen, lahmen, einäugi⸗ gen, nüchtern ausſehenden Mann erkannte er den wilden jovialen