Teil eines Werkes 
6. - 9. Th. (1859)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

126

ihr als Freund, als Bruder und ſo fort lieb und werth, aber mehr nicht. Alles ein Irrthum, Sir Alles mit Ausnahme Eurer aus⸗ gezeichneten Güte gegen mich und ſie, wofür der Himmel Euch ewig ſegnen möge.

Ja Alles ein Irrthum von Euch ſelbſt, närriſcher Junge, ſagte Darrell zärtlich, und indem er ſich ſcharf umwandte, ſah er Sophy raſch und feſt, gerade in den Raum hinaus vor ſich hinſehend, vorüber⸗ eilen. Er warf ſich ihr in den Weg.

Sagt meinem einfältigen Vetter da, daß ein ſchwaches Herz nie eine ſchöne Dame gewonnen hat. Ihr könnt doch nicht allen Ernſtes bei guter Ueberlegung die Abſicht haben, ein Herz zu verwerfen, das niemals vor einer geringeren Furcht als der, Euch zu verlieren, er⸗ beben wird?

Arme Sophy! Sie hielt ihre blauen Augen fortwährend auf den kalten grauen Raum geheftet, und ihre Antwort beſtand aus einigen kaum hörbaren Worten, die Mädchen, welche Nein zu ſagen beab⸗ ſichtigen, in jedem Alter zu lernen ſcheinen, wie Vögel ihren Geſang lernen, kein Menſch weiß, wer ſie gelehrt hat, aber ſie gehen alle aus

derſelben Tonart.Verbunden für die Ehredankbareine

würdigere Perſon u. ſ. w. u. ſ. w. Darrell that dieſem verlegenen Kauderwelſch Einhalt.Meine Frage, junge Lady, iſt feierlich; ſie umfaßt das Schickſal zweier Leben.

Wollt Ihr ſagen, daß Ihr Lionel Haughton nicht innig genug liebet,

um ihm Eure Hand zu reichen und die ächte Treue zu erwiedern, die er mit der ſeinigen verpfändet?

Ja, ſagte Lionel, der an die Seite ſeines Vetters gekommen war;ja ſo iſt's. O Sophy ja oder nein?

Nein! fiel von ihren blaſſen feſten Lippen und im nächſten Augenblick war ſie an Waifes Seite und hatte ihn von George weg⸗ gezogen.Großvater, Großvater! heim, heim! Laßt uns ſogleich heimreiſen, oder ich ſterbe.

Darrell hat ihre Bewegungen und ihr Geſicht ſcharf im Auge