Teil eines Werkes 
6. - 9. Th. (1859)
Entstehung
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Rede ſeyn kann. Aber iſt es denn ſo weit in der Welt gekommen, daß Einer nicht in jedem beliebigen Alter eine Freundin haben kann, ohne daß ſie ihn heirathet? Da tragt Ihr Bedenken, mich mich, Euern Vetter mich, Euern nächſten noch lebenden Verwandten, zu be⸗ gleiten, um die junge Lady abzuholen, die Ihr wirklich an Kindesſtatt angenommen habt! Ihr tragt Bedenken, Euch auf ein halbes Stündchen dieſem baufälligen alten Fawley anzuvertrauen! Fürchtet Ihr etwa, die Gevatterinnen werden ſagen, Ihr, die Marquiſe von Montfort, laufet einem ſauertöpfiſchen alten Wittwer nach und ent⸗ werfet Pläne, um die Gebieterin eines Herrenhauſes zu werden, das mehr einer Geiſterhöhle als einer Wohnung für civiliſirte Weſen gleich ſieht? Oder fürchtet Ihr etwa, Guy Darrell werde Narr und Geck ge⸗ nug ſeyn zu glauben, Ihr ſeyet gekommen um ihm Eure Hand aufzu⸗ zwingen? Bah, Bah! Solche Scrupel würden am Platze ſeyn, wenn Ihr ein armes naſeweiſes Mädchen, oder wenn er ein eingebildeter junger Zierbengel oder auch ein argwöhniſcher alter Roué wäre. Aber Guy Darrell ein Mann von ſeiner Stellung, ſeinem Charakter,

ſeinen Jahren! Und Ihr, Baſe Caroline, was ſeyd Ihr? Wahrlich

über all ſolche jämmerliche Kniffe hoch erhaben durch einen Rang in⸗ mitten der höchſten adeligen Damen Englands; durch ein präch⸗ tiges Vermögen, durch eine Schönheit, die an und für ſich ſelbſt Rang und Vermögen iſt: und vor allen Dingen durch einen Charakter, der mit ſolch verehrter Reinheit durch ein Gottesurtheil hindurchgegangen iſt, bei welchem jedes Auge einen Fleck ſucht, jedes Ohr einen Scandal herbeilocken möchte. Aber wie Ihr wollt. Ich ſage weiter Nichts, als daß Darrells Zukunft in Euren Händen liegt; daß noch morgen die Gelegenheit, einem Geiſt, der ſich ſelbſt verzehrt und ſein Genie erſtickt, wenigſtens edle Beſchäftigung und dauernden Ruhm zu geben, unwiderruflich verloren ſein kann, und daß ich glaube, wenn Ihr morgen zu Guy Darrell ſagtet: Ihr habt mir Gehör verweigert, als ich Etwas verfocht, was Ihr als eine Schande für Euern Namen be⸗ trachtetet, und dennoch auch Etwas, was Ihr zuletzt der Stimme der

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