122 rells Einwilligung in ihre Heirath in Kenntniß geſetzt. Und ich müßte mich ſehr täͤuſchen, wenn ſein größter Troſt bei dem Schmerz, welchen dieſe Einwilligung ihn gekoſtet haben muß, nicht der Gedanke war, daß ſie Euch von dem Kummer und der Reue erlöſe, die ſeine Weigerung bei Euch hervorgerufen hatte. Ach, es gibt nur eine ein⸗ zige Perſon, die unſern Darrell der Welt zurückgeben kann— und das ſeyd Ihr.“
Lady Montfort ſchüttelte traurig den Kopf.
„Wenn ich nur eine Entſchuldigung hätte— mit Würde— mit Selbſtachtung— zu— zu—“
„Eine Entſchuldigung! Ihr habt eine abſolute Nothwendigkeit um mit Darrell zu verkehren. Ihr habt ihm dieſe Documente zu geben— zu erklären, wie Ihr dazu gekommen ſeyd. Sophy iſt bei ihm; Ihr ſeyd verpflichtet, ſie in einer Sache zu beſuchen, die für ſie von ſo unendlicher Wichtigkeit iſt. Bedenklichkeiten der Prüderie! Ihr, Caroline Lyndſay, die Freundin ſeiner Tochter— Ihr, deren Kindheit in ſeinem eigenen Hauſe auferzogen worden iſt— Ihr, deren Mutter ihm ſolche Verpflichtungen ſchuldete— Ihr ſolltet Euch durch einen Scrupel abhalten laſſen, die Erſte zu ſeyn, welche ihm Auf⸗ ſchlüſſe bringt, die ihn ſo nahe angehen! Und warum bei Gott? Weil, wie es ſcheint, vor Jahrhunderten Eure Hand ihm zugeſagt war, und weil Ihr Euch damals als einfältiges junges Maͤdchen durch allerlei falſchen Schein täuſchen ließet.“
Wiederum ſchüttelte Lady Montfort ihren Kopf traurig— traurig.
„Nun,“ ſagte der Oberſt ſeinen Ton verändernd,„ich will zu⸗ geben, daß dieſe früheren Bande jetzt nicht erneuert werden können. Der Mann iſt jetzt alt wie die Hügel, und Ihr hattet kein Recht zu erwarten, daß er ſich ſo ſehr grämen würde, wenn er ganz natürlich einem hübſchen jungen Marquis zu Liebe zum Beſten gehalten wurde.“
„Höret auf, Sir, höret auf!“ rief Caroline zornig. Der Oberſt verharrte kalten Blutes bei ſeinem Thema.
„Ich ſehe jetzt, daß von einer ſolchen Heirath nicht mehr die
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