Teil eines Werkes 
6. - 9. Th. (1859)
Entstehung
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oberhalb Twickenham. Ich habe ihr auf heute Abend einen Beſuch verſprochen. Wollen wir mit einander in Richmond diniren? und hernach können wir ein Boot zu ihrer Villa nehmen.

Lionel nahm ſogleich an, dachte aber ſo wenig an die Lady, daß er nicht einmal nach ihrem Namen fragte. Er freute ſich einen Ge⸗ ſellſchafter zu haben, mit dem er von Darrell ſprechen konnte. Er ver⸗ langte blos die noͤthige Friſt um ſeinem Verwandten in Fawley einige Zeilen liebevoller Nachfrage zu ſchreiben, und während er damit be⸗ ſchäftigt war, zog George die Gedichte Arthur Branthwaites heraus und begann von Neuem darin zu leſen. Als Lionel ſeinen Brief ver⸗ ſiegelt hatte, hielt George ihm das Buch hin.Hier ſind einige aus⸗ gezeichnete Gedichte von einem Schwager des ausgezeichneten Malers Frank Vance.

Frank Vance!, Es iſt wahr, er hatte einen Schwager, der Dichter war. Ich bewundere Frank ſehr, und obſchon er die Poeſie immer verhöhnen will, ſo iſt er doch in meinem Geiſt dermaßen mit poetiſchen Bildern vergeſellſchaftet, daß ich zum Voraus für Alles ein⸗ genommen bin, was ihn, ihm ſelbſt zum Trotz, mit Poeſie in Verbin⸗ dung bringt.

So ſagt mir, ſprach George, indem er eine Stelle in dem Buch bezeichnete,was Ihr von dieſen Zeilen da denket. Mein guter Onkel würde ſie kauderwelſch nennen. Ich bin nicht überzeugt, daß ich ſie recht verſtehe; aber in Eurem Alter würde ich ſie, glaube ich, verſtanden haben Was ſagt Ihr? 1

Lionel ſchaute hin.In der That vortrefflich! Nichts kann klarer ſeyn ſie drücken genau ein Gefuͤhl in mir ſelbſt aus, das ich mir nie erklären konnte.

Juſt ſo, ſagte George lachend.Die Jugend hat ein Gefühl, das ſie nicht erklären kann, und das Gefühl wird in einer poetiſchen Form ausgedrückt, welche das mittlere Alter nicht verſteht. Es iſt wahr, daß die Poeſie der großen Art alle Alter gleich ſehr intereſſirt; aber die Welt verwirft immer eine Poeſie, die nicht zu der allergrößten