Teil eines Werkes 
3. - 5.Th. (1858)
Entstehung
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Darrell hat die Stadt verlaſſen, ſagte der Oberſt verdrießlich;

Ihr habt eine Gelegenheit verſäumt, die nie wieder kommen wird. Der herrlichſte Geſellſchafter; eine ſo männliche und doch ſo ſanfte Intelligenz! Ich werde nie mehr einen ſolchen Freund finden. Und zum erſten Mal in dreißig Jahren ſtahl ſich eine Thräne in Alban Morleys Auge.

George.Wann verließ er die Stadt?

Oberſt Morley.Vor drei Tagen.

George.Vor drei Tagen! Und iſt er wieder nach dem Continent gereist?

Oberſt Morley.Nein, er hat ſich in die Einſiedelei zu⸗ rückgezogen. George, ich habe einen ſolchen Brief von ihm! Ihr wißt, wie viele Jahre er aus der großen Welt abweſend war. Als er in dieſem Jahr wieder erſchien, wurden wir Beide inniger vertraut mit einander, als wir je ſeit unſern Schulzeiten geweſen; denn obſchon wir früher dieſelbe Hauptſtadt bewohn ten, ſo wi doch damals zu ſehr beſchäftigt, um mit einem Müßi gie ich bin einen ſehr ver⸗ trauten Verkehr zu unterhalten. Aber juſt als ich im Begriff ſtand

den Reſt meines Lebens mit den glänzenden Fäden des ſeinigen zu

verweben, da reißt er das Gewebe entzwei; er verläßt dieſe Londoner Welt wieder; ſagt, er werde nie mehr dahin zurückkehren.

George.Ich hörte aber doch, er habe im Sinn ſeine parla⸗ mentariſche Laufbahn zu erneuern; ja ſogar, er ſtehe im Begriff eine zweite Ehe mit Honoria Vipont einzugehen.

Oberſt Morley.Bloßes Geſchwatze nicht wahr. Nein, er wird nie wieder heirathen. Vor drei Tagen hielt ich es für gewiß, daß er es wieder thun würde ich glaubte mit Gewißheit, daß ich für mein Alter einen Winkel in ſeinem Hauſe den behaglichſten Stuhl in ſeinem Geſellſchaftskreis finden; daß mein tägliches Journal durch die Lobpreiſungen ſeines Namens oder durch die Mittheilung ſeiner Rede ein friſches Intereſſe gewinnen; daß ich ſtolz zu White gehen würde, in der Gewißheit dort von Guy Darrell zu hören, und