„Aber ich will Euch jetzt nicht langweilen.“ „Danke Euch,“ ſagte der Oberſt ſich erheiternd.
„Vielleicht ſeyd Ihr ſo gut mir das Buch zu leihen. Ich gehe von Zeit zu Zeit zu Lady Montfort und kann es unterwegs leſen.“
„Ja, ich will es Euch bis zur nächſten Saiſon leihen. Dann gebt Ihr mirs zurück, damit ich es auf den Tiſch legen kann, wenn Frank Vance einmal bei mir frühſtückt. Der Dichter war ſein Schwager, und obſchon aus dieſem Grund Poeten und Poeſie für Frank ein ſchmerzlicher Gegenſtand ſind, ſo erſah ich doch aus der Art wie er mir beim Abſchied die Hand ſchüttelte, daß ein Zeichen von Hochachtung für Alles, was von dem armen Arthur Branthwaite übrig iſt, ihm Freude machte. Ihr geht alſo zu Lady Montfort? Fragt ſie, warum ſie mich ſo ſchnöd zurückweiſe.“
„Mein lieber Onkel! Ihr wißt, wie abgeſchloſſen ihr Leben gegenwärtig iſt; aber ſie hat mich beauftragt Euch ihrer unwandel baren Hochachtung zu verſichern, und wenn ſie je wieder ihre Ge⸗ ſundheit und einige Lebensluſt erlangt, ſo zweifle ich nicht daran, d6 ſie Euch um eine Gelegenheit erſuchen wird dieſe Verſicherung pe⸗ ſönlich zu ertheilen.“
DOberſt Morley.—„Können ihre Geſundheit und ihr Gemh ſo lange durch den Kummer über den Verluſt dieſes entfernten e⸗ kannten, welchen das Geſetz ihren Gatten nannte, angegriſſen ſer“
George.—„Sie befindet ſich durchaus nicht wohl und Pe⸗ müthlich in der That ſehr herabgeſtimmt. Und jetzt, Onkel, hoich Euch um eine kleine Gunſt zu erſuchen. Seit Ihr mich Mr. Tell vorſtelltet, hat er mir freundlich zwei oder drei Einladungen zurit⸗ tageſſen zugeſandt, die ich in Folge meiner häufigen Abweſenhus der Stadt nicht annehmen konnte. Ich ſollte ihm einenſuch machen, und da ich mich ſchäme es nicht ſchon früher gethan ben,
ſo möchte ich Euch erſuchen mich in ſein Haus zu begleiten. llück⸗
liches Wort von Euch würde mich vor einem Rückfall inſttern
ſchützen. Wenn ich mich zu entſchuldigen habe, ſo ſtottere iner.“


