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Crane einen Augenblick vorher den treuloſen Böſewicht betrachtet hatte. Sie ſchaute ihn jetzt mit einer Art von ſchwermüthiger Ver⸗ wunderung an. Wie! obſchon er ſo wenig liebevolle Sympathie be⸗ ſaß, daß er nicht begreifen konnte, daß er im Begriff war den alten Mann eines Troſtes zu berauben, welchen kein Gold zu bezahlen ver⸗ mochte,— wie! obſchon er gegen ſein eigenes Kind ſo verhärtet war und ſo verächtlich von ihm dachte, ſo lag doch jetzt in ihrer Hand das unverkennbare Zeichen, daß etwas von Menſchlichkeit, Zerknirſchung, Mitleid noch immer in der Bruſt des gierigen Cynikers wohnte, und bei dieſem Gedanken regten ſich die ſanfteſten Gefühle in ihrer eigenen menſchlichen Natur voll Nachſicht und Freundlichkeit gegen ihn. Aber in den raſchen Wechſeln des weiblichen Herzens brachte daſſelbe Ge⸗ fühl, das an Liebe ſtreifte, die Eiferſucht zurück, die an Haß gränzte. Wie kam er zu ſo vielem Geld? Es war mehr als der unerſättliche Verſchwender vor Tagen für ſeine Arbeit erhalten hatte. Und dieſe Brieftaſche! 3
„Ihr ſeyd plötzlich reich geworden, Jaſper?“
Einen Augenblick ſah er betreten aus, doch antwortete er, indem er ſich wieder den Brandy zu Gemüth führte:„Ja, rouge et noir — Glück. Jetzt geht hin und ſeht nach dieſer Sache, ſeyd ein liebes, gutes Weib. Holt das Kind noch heute, wenn Ihr könnt, ich will auf den Abend wiederkommen.“
„Wollt Ihr dann ſogleich mit ihr zu dieſer würdigen Lady reiſen, die ſie adoptiren will? In dieſem Fall werden wir wohl nie mehr
zuſammentreffen; und ich bin Euch behülflich, daß Ihr vergeſſen könnt, daß ich noch lebe.“
„Verreiſen— das iſt wieder ſo ein Einfall von Euch. Ihr täuſchet Euch gänzlich— in Wahrheit, die Lady iſt in London. Um ihrer Effekten willen ging ich auf die Station. Oh ſeyd nicht eifer⸗ ſüchtig— ganz ältlich.“
„Eiferſüchtig, mein lieber Jaſper; Ihr vergeßt Etwas. Ich bin wie Eure Mutter. Einer Eurer Briefe verkündete alſo die beabſichtigte


