Mrs. Haughton ſchrieb nur drei Zeilen, aber ſie waren wirklich höflich und bewilligten eine Beſprechung für den folgenden Tag, ob⸗ ſchon ſie zu verſtehen gab, daß dieß nur geſchehe, um Mr. J. Courte⸗ nay Smith in Perſon von ihrer unwandelbaren Treue gegen den Schatten ſeines vielbeklagten Freundes zu überzeugen.
Hocherfreut zeigte Jaſper die Antwort Mrs. Haughtons ſeinem Freund Poole und begann ernſtliche Berechnungen über den wahr⸗ ſcheinlichen Betrag des Einkommens der Wittwe und den Werth ihres Mobiliars in Glouceſter Place anzuſtellen. Sodann begab er ſich zu Mrs. Crane, und kühn gemacht durch die Hoffnung für immer ihrer mütterlichen Vormundſchaft zu entrinnen, trotzte er ihrem Schelten und verlangte einige Sovereigns. Er war überzeugt, daß er heute Nacht Glück haben würde. Sie gab ihm die Summe und verſchonte ihn mit Scheltreden. Aber ſobald er gegangen war, ſetzte Mrs. Crane, die aus ſeinem renommiſttiſchen Weſen Schlüſſe auf den wahren Sach⸗ verhalt zog, ihren Hut auf und ging aus.
Dreizehntes Kapitel. Unglücklich der Mann, der ſein Vertrauen auf— ein Weib ſetzt.
Spät an dieſem Abend klopfte eine ſchwarz verſchleierte Lady in Nro** Glouceſter Place an und verlangte Mrs. Haughton in einer dringenden Angelegenheit zu ſehen. Sie wurde eingelaſſen. Sie blieb blos fünf Minuten. Am folgenden Tag, als Jaſper Loſely vheiter wie ein Bräutigam, der zu ſeiner Braut ſtolzirt“, ſich an der Thüre der Wittwe einſtellte, gab der Diener ihm ein Paket in die Hand und erklärte ihm unhöflich, Mrs. Haughton habe die Stadt verlaſſen. Jaſper unterdrückte mit Mühe ſeine Wuth und öffnete das Paket. Es waren ſeine eigenen Briefe, die ihm zurückgegeben wurden in Beglei⸗ tung der Worte:„Sir, Euer Name iſt nicht Courtenay Smith. Wenn Ihr mich wieder belaͤſtigt, ſo werde ich mich an die Polizei wenden.“


