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Vance.—„Nun ja, Ihr hängt von einer Mutter ab; wer iſt
mit ſiebenzehn Jahren nicht von Verwandten abhängig?“
Lionel.—„Ich meinte meine Mutter nicht; natürlich konnte ich nicht zu ſtolz ſeyn, um von ihr Wohlthaten anzunehmen. Aber die Wahrheit verhäͤlt ſich einfach ſo: mein Vater hatte einen Verwandten, allerdings nicht ſehr nahe,— einen Vetter in ſo entferntem Grad, glaube ich, als ein Vetter nur ſeyn kann. An dieſen Gentleman ſchrieb meine Mutter, als mein Vater ſtarb,— und er war edelmüthig, denn er iſt es, der meine Schulerziehung bezahlte. Ich erfuhr dies erſt ſehr ſpät. Ich hatte allerdings einen vagen Eindruck davon, daß ich einen mächtigen und wohlhabenden Verwandten habe, der ſich für mich intereſſire, aber ich hatte ihn nie geſehen.“
Vance.—„Nie geſehen?“
Lionel.—„Nein. Und hier kommt der Stich. Als ich nun letzte Weihnachten die Schule verließ, ſagte mir meine Mutter zum erſtenmal den Umfang meiner Verpflichtungen gegen dieſen Wohl⸗ thäter und erklärte mir, er wünſche zu wiſſen, welchen Beruf ich wählen wolle; wenn ich mich für die Kirche oder die Gerichtsbank entſcheide, ſo wolle er die Studienkoſten bezahlen.“
Vance.—„Nun bei Gott, wo iſt denn da die Beleidigung? Schenket Euch ſelbſt Grog ein, mein Junge, und lernet das Leben heiterer anſchauen.“
Lionel.—„Ihr habt mich nicht zu Ende gehört. Ich ver⸗ langte jetzt, die Briefe meines Wohlthäters zu ſehen, und meine Mutter, die keine Ahnung von dem Schmerz hatte, den ſie mir bereiten ſollte, zeigte mir nicht blos den letzten, ſondern auch alle vorhergehen⸗ den. O, Vance, ſie waren ſchrecklich, dieſe Briefe. Der erſte begann mit einer trockenen Erklärung, daß er ſich auf die Anſprüche der Ver⸗ wandtſchaft einlaſſen wolle— er enthält ein kurzes Anerbieten, meine Schulkoſten zu bezahlen, aber nicht ein einziges freundliches Wort, und dabei eine ſtreuge Klauſel, daß der Schreiber mich nie ſehen und nie von mir hören wolle. Er verlange keine Dankbarkeit, er mißtraue


