Teil eines Werkes 
1. - 2. Th. (1857)
Entstehung
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Vance.Das iſt keine Schande; Peers vermiethen Häuſer, und auf dem Feſtland vermiethen Fürſten nicht blos den erſten Stock, ſondern auch den fünften und ſechsten, von den Attiken und Kellern gar nicht zu ſprechen. Freund Lionel, wenn Ihr bei dem Eintritt in die Welt Euch nicht jeden Augenblick ärgern wollt, ſo faltet Euern Stolz ſorgfältig zuſammen, legt ihn unter Schloß und Riegel, und laßt ihn nur bei großen Gelegenheiten an die Luft kommen. Der Stolz iſt ein Kleid, von außen lauter ſteifer Brokat; auf der innern Seite, die der Haut am nächſten iſt, kratzende Sackleinwand. Selbſt Könige tragen die Dalmatica nur bei einer Krönung. Ihr wünſchet Unab⸗ hängigkeit; gut. Aber ſeyd Ihr jetzt abhängig? Cure Mutter hat Euch eine vortreffliche Erziehung gegeben, und Ihr habt bereits Nutzen daraus gezogen. Mein lieber Junge, fügte Vance mit unge⸗ wöhnlicher Wärme hinzu,ich ehre Euch, daß Ihr in Eurem Alter, nachdem Ihr kaum die Schule verlaſſen, griechiſch und lateiniſch bogen⸗ weiſe, um weniger als Knechtslohn, für einen Buchhändler überſetzt habt, und Alles das nur, um Eurer Mutter einige Annehmlichkeiten kaufen zu können; ich ehre Euch darum, daß Ihr, da Ihr jetzt ein paar Pfund in Eurer eigenen Taſche habt, einige Vakanztage mit mir herumſchweifet und Euren Antheil an den Koſten bezahlet. Ha, Lionel, in all dem liegt Energie, Geiſt und Leben, und damit werdet Ihr irgend ein Schloß, ſo ſchön, als Ihr je in die Luft gebaut habt, auf den Felſen gründen. Eure Hand, mein Junge!

Dieſer Erguß ſah der praktiſchen Trockenheit oder auch dem ſal⸗ bungsvolleren Humor Frank Vance's ſo ungleich, daß Lionel dadurch überraſcht wurde, und ſeine Stimme bebte als er die ihm dargebotene Hand drückte. Er antwortete:Ich verdiene Euer Lob nicht, Vance, und ich fürchte, der Stolz, den Ihr mich unter Schloß und Riegel legen heißet, hat den größeren Antheil an dem Verdienſt, das Ihr beſſeren Beweggründen zuſchreibet. Unabhaͤngig? Nein! ich bin es nie geweſen.