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„Im Ganzen,“ ſagte er,„bin ich doch froh, daß ich ein Maler bin, und ich hoffe es zu erleben, daß ich ein großer werde.“
„Ohne Zweifel werdet Ihr ein großer Künſtler werden, wenn Ihr das Leben behaltet,“ rief Lionel mit herzlicher Aufrichtigkeit. „Und wenn ich, der ich juſt gut genng malen kann, um mich ſelbſt zu befriedigen, finde, daß es der Natur einen neuen Zauber verleiht—“
„Nur keine Sentimentalität,“ ſagte Vance,„und nun macht weiter.“
„Was,“ fuhr Lionel, ohne ſich durch die mahnende Unterbrechung abkühlen zu laſſen, fort,„was müßt dann Ihr empfinden, der Ihr einen ſchwindenden Sonnenſchein, ein vorübereilendes Geſicht auf ein Stück Leinwand bannen und ſagen könnt: Sonnenſchein und Schön⸗ heit, lebt hier für immer!“
Vance.—„Für immer! nein! Farben vergehen, die Leinwand vermodert. Was bleibt uns von Zeuxis übrig? Immerhin iſt dieß zu Gunſten der poetiſchen Seite der Profeſſion recht hübſch geſagt; es gibt aber auch eine proſaiſche, und dieſe wollen wir in's Auge faſſen. Ja, ich freue mich, ein Maler zu ſeyn. Aber Ihr müßt ja das Fieber meines Berufs nicht bekommen. Eure arme Mutter würde mir's nie verzeihen, wenn ſie dächte, ich hätte Euch durch mein Beiſpiel zu einem Schmierer gemacht.“
Lionel(düſter).—„Nein. Ich werde kein Maler werden. Aber was kann ich werden? Wie werde ich je eines der Schlöſſer, die ich in die Luft gebaut habe, auf die Erde bauen? Der Ruhm ſieht ſo fern aus, das Glück ſo unmöglich! Aber zu Einer Sache bin ich ent⸗ ſchloſſen(mit gerunzelten Brauen und geſchloſſenen Zähnen ſprechend) — ich will mir auf irgend eine Art Unabhängigkeit erwerben und meine Mutter unterſtützen.“
Vance.—„Eure Mutter hat Unterſtützung,— ſie bezieht die Penſion—“
Lionel.—„Einer Hauptmannswittwe und,“ fügte er mit Er⸗ röthen hinzu,„einen erſten Stock, den ſie an Hausleute vermiethet.“


