In all den auffaͤlligen Punkten, welche vielleicht am meiſten das unglaͤubige Staunen des Leſers erregen muͤßten, erzaͤhle ich eine Geſchichte und erfinde keineswegs eine Dichtung*). Al⸗ les Romantiſche, was unſre eigne Zeit bietet, iſt nicht mehr das Romantiſche als vielmehr die Philoſophie der Zeit. Die Tragoͤdie verlaͤßt die Welt nie— ſie umgibt uns allenthalben. Wir brauchen nur wach und munter umzuſchauen, und vom Zeit⸗ alter Pelops bis zu dem Borgia's werden dieſelben Verbre⸗ chen, nur unter verſchiedenen Gewaͤndern, auf unſern Pfaden wandeln. Jedes Zeitalter umfaßt in ſich ſelbſt Beiſpiele von jeder Tugend und jedem Laſter, welches jemals unſre Liebe er⸗ weckt oder unſern Abſcheu erregt hat.
London, 1. November 1846.
*) Dieſe Verbrecher waren indeß im wirklichen Leben nicht, wie in der Novelle, Vertraute und Mitſchuldige. Ihre Verbrechen waren aͤhnlichen Charakters, ausgefüͤhrt durch aͤhnliche Huͤlfsmittel und zu ſol⸗ chen Zeiten begangen, daß die verſchiedene ſchuldvolle Laufbahn bei⸗ der in die naͤmliche Periode faͤllt; gleichwohl hab' ich keinen Grund, zu vermuthen, daß einer dem andern bekannt war. Bei ſolchen Punkten der Verwickelung, wo zwei verſchiedene Geſchichten verwebt ſind, wird der Leſer daher zwiſchen der Wahrheit der einzelnen Thatſachen und der Erfindung der Bindeglieder, die fuͤr die Erzaͤhlung nothwendig find, unterſcheiden.
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