fluß des Mammons auf unſer geheimſtes Innere zu zeigen und die Ungeduld zu tadeln, welche durch eine Civiliſation er⸗ zeugt wird, die bei vielem Guten auch alle entſprechenden Ue⸗ bel mit ſich bringt;— und in ſolchen Nebenfaͤllen wird die Moral auch jedenfalls deutlicher hervortreten, als in der Schilde⸗ rung des duͤſterern und ſeltnern Verbrechens, welches den Stoff meiner Erzaͤhlung bildet. Denn bei außerordentlichen Verbrechen erkennen wir nicht leicht gewoͤhnliche Warnungen, wir ſagen vielmehr zu dem ruhigen Gewiſſen:„das betrifft dich nicht!“— waͤhrend wir in jedem Beiſpiele gewoͤhnlicher Schuld und haͤufigen Vergehens eine direkte und merkliche Warnung erkennen. Gleichwohl haben in der Zeichnung gi⸗ gantiſchen Verbrechens die Poeten mit Recht ihre Sphaͤre ge⸗ funden und ihre Beſtimmung als Lehrer erfuͤllt. Jene furcht⸗ baren Wahrheiten, die uns in der Schuld Macbeth's oder der Schurkerei Jago's erſchrecken, haben nicht minder ihren mora⸗ liſchen Nutzen, als die gemeinen Schwaͤchen Tom Jones oder die alltaͤgliche Heuchelei Blifils.
So unglaublich es ſcheinen mag: die hier erzaͤhlten Ver⸗ brechen fanden waͤhrend der letzten ſtebzehn Jahre ſtatt. Man hat ihre Groͤße nicht uͤbertrieben und iſt nür wenig von ihren einzelnen Umſtaͤnden abgewichen— die angewendeten Mittel, ſelbſt das, welches am weiteſten hergeholt ſcheint(der vergif⸗ tete Ring), beruhen auf wahren Thatſachen. Auch habe ich die geſellſchaftliche Stellung der Verbrecher nicht ſehr veraͤn⸗ dert, noch im mindeſten ihre Talente und Bildung uͤberſchätzt.
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