444 binden, der ſeit einigen Stunden gänzlich vernachläſſigt worden. Der Officier, welchen Riego mit dem Namen Alphonſo angeredet, trat aus der Hütte, als ſein Ka⸗ merad ſich eben vergebens abmühte, mit den Zähnen und einer Hand den Verband wieder umzulegen. Wäh⸗ rend er ihm half, ſagte er:„Ihr wiſſet nicht, mein lie⸗ ber Falkland, wie bittere Vorwürfe ich mir darüber mache, Euch für eine Sache geworben zu haben, wo der Kampf keine Hoffnung, die Gefahr keinen Ruhm zu haben ſcheint.“ Falkland lächelte bitter.„Täuſcht Euch nicht ſelbſt, mein theurer Oheim,“ ſprach er, „Euer Zureden wäre fruchtlos geblieben, wären nicht meine eigenen Wünſche demſelben zu Hülfe gekommen. Ich bin keiner von den Schwärmern, die mit hochflie⸗ genden Hoffnungen ritterlichen Planen Euerer Sache beitraten; ich ſuchte nur Vergeſſenheit und Auf⸗ regung— und dieſe habe ich gefunden! Ich möchte nicht eine erlebte Drangſal mit dem vertauſchen, was das Vergnügen Anderer ausmacht:— doch genug hier⸗ von. Wie lange glaubt Ihr, daß wir ruhen können?“ „Bis zum Abend,“ antwortete Alphonſo;„dann wird ſich unſer Marſch wahrſcheinlich in die Sierra Morena richten. Der General iſt außerordentlich ſchwach und erſchöpft und bedarf einer längern Ruhe, als uns be⸗ ſchieden ſein wird. Es iſt eigenthümlich, daß er bei einer ſo ſchwachen Geſundheit ein ſo großes Uebermaß von Beſchwerden und Anſtrengungen aushalten kann.“ Während dieſes Geſprächs traten ſie in die Hütte. Riego lag ſchon im Schlaf. Als ſie ſich zu den elen⸗ den Lebensmitteln des Ortes niederſetzten, hörte man
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