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die Riego'shymne auf dem CEkkurialplatze ſingen!“ „Unſere Söhne vielleicht!“ ſagte der Anführer, der allerdings Niego ſelbſt war,„aber für uns— iſt alle Hoffnung verloren! Wären wir vereint, wir könnten kaum den Heeren Frankreichs die Spitze bieten, und ſo getheilt wie wir ſind, iſt es ein Wunder, daß wir ſo lange entronnen ſind. Ringsum von feindlichen Ein⸗ fällen bedrängt, ſind doch unſere größten Feinde wir ſelbſt geweſen. So groß war die Feindſeligkeit, welche der Parteigeiſt zwiſchen Spaniern und Spaniern er⸗ zeugte, daß wir den Franzoſen nichts zu verderben übrig gelaſſen zu haben ſcheinen. Wir können keine Freiheit gründen, wenn die Menſchen Sklaven ſein wollen. Wir haben keine Hoffnung, Don Alphonſo— keine Hoffnung — als den Tod!“ Als Riego dieſe verzweifelnde Ant⸗ wort ſchloß, die ſo gar nicht mit ſeiner gewöhnlichen Begeiſterung über einſtimmte, ritt der jüngere Officier unter die Soldaten, ſprach ihnen mit aufmunternden tröſtenden Worten zu, ordnete einige Abtheilungen, er⸗ mahnte ſie, jeden Augenblick bereit zu ſein und ſchärfte ihnen dringend jene kleinen, aber weſentlichen Punkte der Disciplin ein, deren Nichtachtung man einer ſpani⸗ ſchen Truppe ſchon zutrauen konnte. Als Riego und ſeine Begleiter in die kleine elende Hütte traten, welche das Hauptquartier an dieſem Orte bildete, blieb die⸗ ſer dritte Reiter noch außen; und erſt nachdem er die Gurten ſeines andaluſiſchen Roſſes aufgeſchnallt und ihm das ſchlechte Futter vorgeſchüttet, welches der Stall darbot, dachte er daran, den Verband um einen tiefen, ſchmerzhaften Sähelhieb in dem linken Arm feſter zu


