Teil eines Werkes 
3. Bd. (1846)
Entstehung
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ſungen in der Höllenſtadt. Jeden Augenblick ſchweb⸗ den ſchattenhafte Geſtalten vorüber, auf deren Geſich⸗ tern unausſprechliche Pein eingegraben war; aber kein Schrei, kein Gewinſel hörte man in der rothen Luft, denn den Verdammten, welche die Flammen unterhielten und bewohnten, war der Troſt der Sprache entzogen. Darüber ſaß unbeweg⸗ lich und ſchwarz eine feſte, undurchdringliche Wolke die Nacht zu einer Maſſe gefroren, und in der Mitte wehte ein Banner von blaſſem, mattem Feuer mit) der Inſchrift:Auf ewig. Ein Fluß rauſchte heftig an ihm vorüber. Er bückte ſich, um die Todes⸗ pein ſeines Durſtes zu lindern die Wellen waren Feuerwellen); und als er vor dem brennenden Tranke zurückfuhr, wollte er laut aufſchreien und konnte nicht. Dann warf er ſeine verzweifelnden Blicke nach Oben um Gnade und erblickte das fahle, regungsloſe Banner:Auf ewig. Verändert ward nun ſeines Traumes Geiſt.

Er wurde plötzlich von den Winden und Stürmen an die Meere getragen, wo ewiger Winter herrſcht. Er fiel gelähmt und widerſtandslos auf die ebbeloſen, trägen Wellen nieder. Langſam und ſchwer ſtiegen ſie über ihn empor, als er verſank; dann kam die langſame, erſtickende Marter dieſes Waſſertodes das unmäch⸗ tige convulſiviſche Ringen mit den bedeckenden Fluten das Keuchen, das Würgen, das Brechen des erſtickenden Athems die Bangigkeit des Herzens, ſein Todes⸗ kampf und ſein Stilleſtehen. Er fand ſeine Be⸗ ſinnung wieder. Er war tauſend Klafter unter dem