Teil eines Werkes 
3. Bd. (1846)
Entstehung
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Mit jedem Augenblick ſtieg ſeine Ungeduld, und endlich konnte er ſich nicht mehr halten. Er ging auf das Haus zu. Eine Zeitlang ſtand er in einiger Entfernung, als aber Alles noch in tiefer Ruhe zu liegen ſchien, ſchlich er ſich immer näher hin, bis er an der Thüre ſtand; zu ſeinem Erſtaunen war ſie offen. Er ſah Geſtalten raſch durch die Halle eilen. Er hörte ein verworrenes, un⸗ deutliches Geflüſter. Endlich wurde er flüchtig Mrs. St. John gewahr. Er konnte ſich nicht mehr beherrſchen. Er ſprang vor trat in die Thüre in die Halle und faßte ſie beim Kleide. Er konnte nicht ſprechen, aber in ſeinen Zügen drückte ſich Alles aus, was ſein Mund zu ſagen ſich weigerte. Mrs. St. John brach in Thränen aus, als ſie ihn ſah.Guter Gott! ſagte ſie,was machen Sie hier? Iſt es möglich, daß Sie ſchon erfahren haben? Die Stimme verſagte ihr. Falkland hatte inzwiſchen wieder Faſſung gewonnen. Er wandte ſich an die Dienſtboten, welche ihn umſtan⸗ den.Sprecht, ſagte er ruhig.Was iſt geſchehen? Mylady Mylady! tönte es auf einmal aus Meh⸗ rer Munde.Was iſt mit ihr? fragte Falkland mit bleicher Wange, aber unveränderter Stimme. Alles ſchwieg. In dieſem Augenblicke ging ein Mann, in wel⸗ chem Falkland den nahe wohnenden Arzt erkannte, auf der entgegengeſetzten Seite durch den Saal. Ein Licht, ein betäubendes, unerträgliches Licht ging ihm auf.Sie ſtirbt ſie iſt vielleicht ſchon todt, ſagte er in leiſem

grabähnlichem Tone, und ließ ſeinen Blick umherſchwei⸗

fen, bis er alle Anweſenden betrachtet. Niemand ant⸗ wortete. Er ſchwieg einen Augenblick, wie von einem