Teil eines Werkes 
3. Bd. (1846)
Entstehung
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Kreiſe im Waſſer, werden unſere Nachforſchungen ſchwächer, je weiter ſie ſich ausdehnen, und verſchwin⸗ den endlich in dem unermeßlichen, unergründlichen Naume der ungeheuren Sphäre wo unſer Wiſſen endet. Wir gleichen Kindern im Dunkeln; wir zittern in einer ſchat⸗ tenhaften, ſchrecklichen, von unſeren Phantaſiegebilden bevölkerten Leere! Das Leben iſt in der That für uns nur Nacht, und der erſte Schimmer des Morgens, der uns Gewißheit bringt, iſt der Tod.

Falkland ſaß den Reſt der Nacht am Fenſter und beobachtete die Wolken, wie ſie grauer wurden, als die Dämmerung anbrach und ſich deren erſtes Lüftchen er⸗ hob. Er hörte das Stampfen der Roſſe unten, warf ſeinen Mantel um und ging hinab. An einer Straßen⸗ biegung jenſeits des Waldhäuschens ließ er den Wagen warten und ging dannnach dem verabredeten Orte. Emilie war noch nicht da. Mit unruhigen, eiligen Schritten ging er hin und her. Der Eindruck der Nacht war großentheils in ſeinem Gemüthe verlöſcht, und er überließ ſich ohne Bedenken den heißen, ſanguiniſchen Hoffnungen, welche zu hegen er ſo ſehr Grund hatte. Auch dachte er auf Augenblicke an das herrliche Klima, unter welchem er ein Aſyl zu ſuchen beabſichtigte, wo ſchon die Luft Muſik iſt, und das Licht den Färbungen der Liebe gleicht, und er dachte ſich die Seufzer gegenſeitigen Entzückens in Ver⸗ bindung mit den Wohlgerüchen der Myrten und dem

Hauche des toskaniſchen Himmels. Die Zeit verſtrich. Längſt war die Stunde vorüber, und noch kam Emilie nicht! die Sonne ging auf, und Falkland wandte ſich in finſterem, ärgerlichem Mißmuthe von ihren Strahlen ab. Bulwer, Falkland. 28