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Des Ocears für ihrer Seele Ströme. Sie ſetzten ſich unter einer Eiche; Falkland beugte ſich, die kalte bleiche Wange zu küſſen, die noch an ſeiner Bruſt ruhte. Seine Küſſe waren wie Lava: die trüben ſtürmiſchen Elemente der Sünde und des Verlangens waren ſelbſt bis zur Raſerei in ihm aufgeregt. Er zog ſie näher an ſeine Bruſt; ihre Lippen begegneten den ſeinigen; ſie nahmen vielleicht etwas von dem Geiſte an, den ſie einſogen; ihre Augen waren halb geſchloſſen wild wogte der Buſen, der an ſein ſchlagendes, bren⸗ nendes Herz gedrückt war. Die Wolken wurden immer dunkler mit der ſie überſchleichenden Nacht; ein leiſes Rollen des Donners brach in der umwölkten, ſchweren Luft aus— ſie hörten es nicht; und doch war es die Todesglocke für Frieden— Tugend— Hoffnung— welche verloren waren, verloren auf immer für ihre Seelen!
Sie ſchieden, wie noch nie zuvor. In Emiliens Bruſt war eine ſchreckliche Oede— eine ungeheure Leere— über welche eine leiſe tiefe Stimme, wie die eines Gei⸗ ſtes, hinhallte— ein verworrener, befremdender Ton, der eine Sprache redete, welche ſie nicht verſtand, — aber fühlte, daß ſie ſprach von Wehe— Schuld— Verdammniß. Ihre Sinne waren betäubt, die Lebens⸗ kraft ihrer Empfindungen gelähmt und erſtarrt: der erſte Herold der Verzweiflung iſt Unempfindlichkeit. „Morgen alſo,“ ſagte Falkland— und ſeine Stimme klang ihr zum erſtenmale rauh und hart—„werden wir für immer von hier fliehen; mit Tagesanbruch tref⸗


