Teil eines Werkes 
3. Bd. (1846)
Entstehung
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427 See, ſeine Wange flammte, ſeine Hand war verſengt und trocken von dem ſein Inneres verzehrenden Feuer. Sein Puls ging voll und heftig; der Dämon böſer Lei⸗ denſchaften wallte über ſeiner Seele. Er ſtand ſo in ſeine Gedanken verloren da, daß er einige Augenblicke das zärtliche thränenvolle Auge nicht gewahrte, welches auf ihm ruhte auf dieſer Stirne, dieſem Munde, die immer ſchön, doch jetzt ſo göttlich erſchienen, daß ihre Ruhe ſtören faſt ein Heiligthum entweihen hieß; und obwohl Emilie mit leichtem ſchnellem Schritte auf ihn zueilte, blieb ſie doch unwillkürlich ſtehen und be⸗ trachtete das edle Antlitz, das ihre früheſten Träume von der Schönheit und Majeſtät der Liebe zu verwirk⸗ lichen ſchien. Er wandte ſich langſam um und bemerkte ſie; mit dem ihm eigenen Lächeln ging er auf ſie zu, drückte ſie ſchweigend an ſeine Bruſt und preßte ſeinen Mund auf ihre Stirne; ſie lehnte ſich an ſeine Bruſt und vergaß Alles außer ihm. O! wenn es ein Gefühl gibt, das die Liebe, ſelbſt die ſchuldige Liebe, zu einer Gottheit macht, ſo iſt es das Bewußtſein, daß mitten in dieſer lärmenden Welt ſie in einſamer Abgeſchieden⸗ heit lebt, und daß die ſie Verehrenden nichts wiſſen von der Armſeligkeit, dem Hader, dem Geräuſche, das die gewöhnlichen Erdenbewohner befleckt und bewegt! Was galt ihnen, wie ſie jetzt ſo allein daſtanden in der tiefen Stille der Natur, Alles, was, ehe ſie ſich kennen gelernt und geliebt, für ſie Werth hatte? Selbſt in ihr ver⸗ ſtummten die Gedanken an Schuld und Unglück; ſie war nur für Eines empfänglich für die Gegenwart des neben ihr ſtehenden Weſens,