garetha vereinen wollt, die meinen Großvater Salisbury enthaupten ließ? Wohl erinnere ich mich Eurer eigenen Worte: Mögen Gott und der heilige Georg meiner vergeſſen, wenn ich jene grauen und blutigen Haare vergeſſe!“*
Hier wurde Iſabella durch einen matten Schrei Anna's unterbrochen, die bisher, von den Ubrigen unbe⸗ obachtet und von dem Auge ihres Vaters unbemerkt, in ber Fenſtervertiefung geſeſſen und jetzt aufgeſtanden war und mit athemloſer Anfmerkſamkeit die Unterredung zwiſchen Warwick und der Herzogin angehört hatte.
„Es iſt nicht wahr— es iſt nicht wahr!“ rief Anna leibenſchaftlich.„Margaretha läugnet die unmenſchliche That.*
„Du haſt Recht, Anna,“ ſagte Warwick;„obgleich ich nicht errathe, wie Du den Jerthum eines ſo allge⸗ mein geglaubten Gerüchtes erfuhrſt, deſſen Wahrheit ich bis vor ganz kurzer Zeit niemals bezweifelte. König Ludwig verſichert mir feierlich, daß jene ſchreckliche That ohne Margaretha's Mitwiſſen von dem verruchten Clif⸗ ford geſchah, und daß ſie, als ſie dieſelbe erfuhr, großen Kummer und Sorge darüber empfanb.“
„Und Ihr, der Ihr Eduard falſch nennt, koͤnnt Ihr Luhwig glauben?“
„Schweig, Iſabella— ſchweig!“ ſagte die Gräfin. „Kann mein Kind ſo meinen Herrn und Gemahl an⸗ reden? Verzeihe ihr, geliebter Richard.*
„Eine ſolche Hitze iſt nicht unpaſſend für Clarence's Gattin,“ antwortete Warwick.„Ich kann ein ſolches Rachegefühl, welches ihre Vernunft endlich überwinden


