Teil eines Werkes 
3. Bd. (1846)
Entstehung
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In einem von den dem Grafen im königlichen Pa⸗ laſte angewieſenen Zimmern ſaß in der Vertiefung eines ungeheuren gothiſchen Fenſters Anna von Warwick; ein kleiner Theil des Fenſters war offen und gewährte die Ausſicht auf einen großen und ſchönen Garten mit dichten Gebüſchen und regelmäͤßigen Alleen, über welche der majeßätiſche Himmel des Sommerabends ein wenig vor Sonnenuntergang abwechſelnd Licht und Schatten warf. Zu dieſer Ausſicht war das liebliche Geſicht der Lady Anna nachdenkend gewendet. Das Auge war ge⸗ feſſelt— der Hals geneigt— die Arme ruhten auf dem Knie— die ſchlanken Finger gefaltet, ſo daß die ganze Perſon den Charakter der Träumerei und Ruhe an ſich hatte.

In demſelben Zimmer waren noch zwei andere Da⸗ nen; die eine ging mit langſamen aber ungleichen Shritten auf und ab, ihre Lippen bewegten ſich von Zet zu Zeit wie im Selbſtgeſpräch, und ihre Augen⸗ braten waren ein wenig zuſammengezogen. Ihre Geſtalt und hr Geſicht hatten auch den Charakter der Traͤumerei, aber nicht der Rahe.

Tas dritte Frauenzimmer, die ſanfte und liebens⸗ würdig Mutter der andern Beiden, ſaß in der Mitte des Ziumers an einem kleinen Tiſche, worauf eines von jenen reigiöſen Manuſeripten lag, voll von der Moral und den Wundern der Kloſterheiligkeit, welche einen großen Tbil der Literatur der mönchiſchen Zeitalter aus⸗ machten; aber ihr Auge ruhte nicht auf den gothiſchen Buchſtaben noch auf den reichen Verzierungen des hei⸗ ligen Buchs. Mit der Furcht und Zärtlichkeit einer