lichen Bürger, und die rüſtigen Freiſaſſen würden, meint Ihr, nicht erſchrecken über ein Manifeſt, welches nicht erklärt, daß die Dynaſtie von York verdorhen und feh⸗ lerhaft iſt, ſondern daß der jüngere Sohn den älteren abſetzen ſoll— dieſer jüngere Sohn, nicht nur unbe⸗ kannt im Kriege und unerfahren im Rath, ſondern auch leichtſinnig und ſchwankend— nicht von ſchlauem Witz und entſchloſſener That, wie der Aufſtrebende es ſein ſollte!— Montagu— ein eitler Traum!“— Richard ſchwieg und fuhr dann in leiſem Tone, wie mit ſich ſelber redend, fort:„O nein, ſo werden Koͤnige nicht von ihren Thronen getrennt— ein Vorwand muß die Menſchen blenden— man ſage, ſie find unrechtmäßig— man ſage, ſie find zu jung— zu ſchwach— irgend ſonſt etwas— man ſtelle ſich an ihren Platz— und dann— nicht Krieg. Man toͤdtet ſie nicht— ſie verſchwinden“ Während der Herzog dies murmelte nahm ſein Geſicht einen düſtern und unheimlichen Ausdruck an— ſeine Augen ſchienen in den leeren Raum zu blicken. Plötzlich erwachte er aus ſeiner Träumerei, wendete ſich mit ſeinem gewohnten glatten und freundlichen Weſen zu dem beſtuͤrzten Mon⸗ tagu und ſagte:„Mein guter Lord, ich führte nur aus der italleniſchen Geſchichte eine weiſe, aber ſchreckliche und mörderiſche Lehre an. Kommen wir zur Sache zurück. Ihr ſeht, Clarence könnte nicht regieren, und ebenſo gut,“ fügte der Prinz mit einem leichten Seufzer hinzu —„ebenſo gut oder beſſer, denn ohne Eitelkeit zu ſagen, habe ich mehr von dem Geiſte eines Konigs in mir, könnte ich— ja ich— nach meines Bruders Krone ſtre⸗ ben!“ Hier ſchwieg er und ſah raſch und ſcharf den Mar⸗
—


