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von Erpingham werden würde? Ihr habt von den Ehrenbezeigungen gehört, womit König Ludwig den Grafen empfangen hat. Wird dieſer Koͤnig ihm Schiffe und Geld verweigern? Und glaubt Ihr, daß inzwiſchen ſeine Anhänger ſchlummern?“
„Aber wenn er landet, Montagn,“ ſagte Richard, welcher mit einer Aufmerkſamkeit zuzuhören ſchien, welche alle Hoffnungen Montagu's erweckte, ſich einen ſo mäch⸗ tigen Verbündeten zu ſichern—„wenn er landet und Eduard offen den Krieg erklärt— wir müſſen kühn her⸗ ausſprechen— welche Abſicht kann er angeben? Es iſt nicht genug, zu ſagen, König Eduard ſoll nicht regie⸗ ren, der Graf muß auch ſagen, welchen König Eng⸗ land erwählen ſoll!“
„Prinz,“ antwortete Montagu,„ehe ich auf dieſe Frage antworte, geruht, meinen eigenen herzlichen Wunſch anzuhören. Obgleich der König meinen Bruder tief verletzt, obgleich er mich meiner Beſitzungen beraubt hat, die vielleicht keine zu große Belohnung waren für zwanzig Siege in ſeiner Sache, und ſie dem Hauſe zu⸗ rückgegeben, welches ſiets ſeine lancaſtriſchen Feinde unterſtützte, ſo bemächtigt ſich meiner, wenn ich am rachſüchtigſten bin, doch oft die Erinnerung an die frü⸗ here Liebe und Freundlichkeit meines Monarchen— be⸗ ſonders der Gedanke an den feierlichen Contrakt zwiſchen ſeiner Tochter und meinem Sohne— und ich fühle jetzt, da die erſte Hitze des natürlichen Zornes über eine meiner Nichte zugefügte Beleidigung ſich etwas abge⸗ kühlt hat, daß, wenn Warwick wirklich landete, ich faſt meinen Bruder über meinen König vergeſſen koͤnnte.“


