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Hierauf rollte der ehrliche Wirth, von der Haus⸗ hälterin begleitet, herzlich lachend ſeine wohlbeleibte Geſtalt aus dem Zimmer, welches er ſorgfältig verſchloß.
„Begreifſt Du dies, Sibylla?“
„Ja, lieber Vater— ſie halten uns für vornehme Flüchtlinge; und wenn ſie ihren Irrthum entdecken, wer⸗ den ſie uns ohne Zweifel frei laſſen. Muth, lieber Vater!“
„Es ſcheint mir,“ ſagte Adam faſt heiter, indem der gute Mann ſein Glas aus der Weinflaſche füllte— „wenn der Irrthum fortdauerte, ſo waͤre es kein mäch⸗ tiges Unglück— ha! ha!—“* Er hielt plötzlich inne bei dem ungewohnten Gelächter und ſetzte mit traurigem Geſichte den Becher nieder.„Ach Himmel, verzeihe mir! — Und die arme Eureka und die getreue Madge!“
„O Vater! fürchte nichts; wir find nicht ohne Schutz. Lord Haſtings iſt nach London zurückgekehrt— wir wollen ihn aufſuchen; er wird machen, daß unſere grauſamen Nachbarn Dich achten. Und Madge— die arme Madge wird ſo glücklich ſein bei unſerer Rückkehr, denn fle können ihr nichts zu Leide gethan haben; ein Weib— alt und allein; nein— nein, dazu ſind die Menſchen nicht boshaft genug!“
„Laß uns darum beten; aber Du iſſeſt nicht, Kind!“
„Sogleich, Vater— ſogleich; ich bin krank und matt. Aber nein— nein, jetzt iſt mir beſſer— beſſer. Lächle wieder, Vater. Ich bin auch hungrig; ja, in der That.— Ach, liebe heilige Maria, gib mir Leben und Stärke und Hoffnung und Geduld um ſeinetwillen!“
Die aufregenden Ereigniſſe, die in den letzten we⸗ nigen Wochen das ruhige Leben des Gelehrten verän⸗


