Teil eines Werkes 
2. Bd. (1846)
Entstehung
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ſich keine Feinde machen ſollte— und um ſo weniger ſollten Fuͤrßen ihre Freunde vergeſſen.“

Richard ſprach dies in einem Tone tiefen Gefühls, indem er ſeine Arme über ſein mit Pelz beſetztes Ober⸗ gewand faltete, und ging langſam auf die kleine Pforte zu, die zum Schloſſe führte; dort blieb er bei einem Stre⸗ bepfeiler ſtehen, der ihn verbarg, bis Montagu den Hofplatz verlaſſen hatte, und anſtatt in ſeine Barke zu ſteigen, kehrte er in den königlichen Garten zurück. Dort waren Mehre vom Hofe, ſowohl männlichen als weib⸗ lichen Geſchlechts verſammelt, die ſich über das Ereigniß des Tages unterredeten. Richard blieb in der Ferne ſtehen und betrachtete ihre bunten Kleider und belebten Geſichter mit Schwermuth und Verachtung auf ſeiner jungen Stirn. Eine der ausgezeichnetſten geſelligen Eigenthümlichkeiten des Mittelalters iſt die Frühreife des männlichen Geſchlechts, wo die, welche faſt noch Knaben waren, ſchon den Ehrgeiz und die Leidenſchaften des Mannesalters theilten. Unter den zahlreichen Bei⸗ ſpielen unſers und anderer Länder, die aus der Ge⸗ ſchichte könnten ausgewählt werden, find wenige auf⸗ fallender, als das dieſes Herzogs von Glouceſter, der ſich in einem Alter befand, wo heutigentags ein Jüng⸗ ling kaum auf die Univerfität geſchickt wird, im Lager und im Rathe groß war. Seine ganze furchtbare Lauf⸗ bahn war in der That geendet, ehe das öffentliche Leben des modernen Ehrgeizes gewöhnlich beginnt. Die, welche gewohnt ſind, auf unſrer Bühne den ältlichen Schurken zu ſehen, den unſre Schauſpieler darſtellen, würden ſich ſchwerlich denken können, daß beim Beginn von

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