Teil eines Werkes 
2. Bd. (1846)
Entstehung
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Rang paßte und ſeinen Rathſchlägen Überzeugung ge⸗ währte. In ſeinem Außern war er ſo wenig einem Prieſter ähnlich, wie Prälaten von vornehmer Geburt es in jenen Tagen gewöhnlich waren. In der Kleidung rivali⸗ ſirte er mit der Putzſucht der königlichen Brüder. Auf der Jagd war er eifriger, als es ſelbſt Warwick in ſeiner frühen Jugend geweſen war, und eine trockene, ſar⸗ kaſtiſche Laune, zuweilen zum Witz erhoben, verlieh ſeiner ſcharffinnigen Unterhaltung Lebhaftigkeit.

Montagu wünſchte, daß der Erzbiſchof und er eine feierliche Audienz bei Eduard verlangen und dem Könige ernſte Vorſtellungen machen wollten über die Unſchick⸗ lichkeit, den Bruder eines Nebenbuhlers zu empfangen, während Warwick wegen der Vermählung Margarethens mit dem Prinzen von Frankreich verhandelte.

„Nein,“ ſagte der Erzbiſchof mit einſchmeichelndem Lächeln, welches Montagu ſehr aufbrachte,„gewiß, ſelbſt ein Baron, ein Ritter, ein Freiſaſſe— ein armer Prie⸗ ſter wie ich würde ſich gegen den Mann erheben, der ſeiner Gaſtfreiheit Vorſchriften machen wollte. Iſt ein König weniger reizbar als ein Baron, ein Ritter, ein Freiſaſſe und ein Prieſter?— Oder vielmehr, da er gleichſam durch das Geſetz Herr von Allen iſt, hat er nicht Reizbarkeit genug für alle vier? Ja— ſchüttle nur den Kopf, John— aber Dein Verſtand muß meinen Rath doch endlich billigen. Ich kenne Eduarb gut; er hat etwas von meinem trägen und gemächlichen Tem⸗ perament, aber mehr von dem ſchlummernden Löwen, als die Prieſter— ſiehſt Du— die Milde der Tauben an ſich haben. Faſſe höheren Muth nicht durch heftige