Durch Corridor und Halle, mit Pagen und Knappen
beſetzt, gingen Montagn und Marmaduke, bis ſie einen zierlichen Garten, das Wunder und der Neid jener Zeit, erreichten, der von einem Italiener aus Mantua ange⸗ legt worden und vielleicht der ſtattlichſte in ganz Eng⸗ land war. Gerade Wege, Terraſſen und Springbrunnen, beſchnittene Bäume, grüne Laubgänge und ebene Roſen⸗ plätze waren reichlich vorhanden, doch der Blumen waren es nur wenige und von gewöhnlicher Art; und wenn ſich hie und da eine Statue fand, ſo beſaß ſie nichts von der Kunſt, die in unſerer früheſten kirchlichen Architektur ſo bewundernswürdig war, ſondern die plumpen Verhält⸗ niſſe wurden noch plumper durch ein übermaß von har⸗ bariſcher Malerei und Vergoldung. Die Fontainen aber waren beſonders kuͤnglich und verſchieden gebildet: einige ſchoſſen wie Pyramiden empor, andere floſſen in wellen⸗ förmigen Strömen und andere verzweigten ſich in die Geſtalt von Bäͤumen, während Vögel, die auf bleiernen Zweigen ſaßen, Waſſer aus ihren Schnäbeln ſchütteten. Sehr erſtaunt und verwirrt betete Marmaduke haſtig ein Vaterunſer; und ſelbſt der hohe geiſtliche Rang des Prälaten bewahrte den Jüngling nicht vor dem Verdacht, daß hier ein Zauber vorgehe.
Entfernt von ſeinem ganzen Gefolge, in einer kleinen mit Geisblatt und weißen Roſen überwachſenen Laube, einen kleinen Tiſch vor ſich mit Früchten, Confect und gewürzten Weinen, denn der Prälat, obgleich noch in der Blüte ſeiner Jugend, war ein ausgezeichneter Epi⸗ kuräer, fanden ſie Georg Nevile, ſchläͤfrig in einer
lateiniſchen Handſchrift leſend.
„ Mont Schul tapfer ſein,
bitte E porkom Landm liſtiger ſagt,“ Sünde
Hi Bruder bleich: und das ich nur dieſen


