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7 mehr in Uebereinßimmung war. In der letzten Zeit hatte er mit Argwohn bemerkt, daß Eduard mehre Berathungen mit der Gegenpartei der Neviles hielt, wovon er ſelber ausgeſchloſſen war. Der König, der ſich bisher an ſeiner Geſellſchaft ergötzt, hatte ihm Zeichen der Kälte und Entfremdung zu erkennen gegeben, und es lag eine froh⸗ lockende Bosheit in den Blicken der Herzogin von Beb⸗ ſord, die einen nahe bevorſtehenden Triumph über die große Familie verkündete, welche die Woodvilles auf ſo offene Weiſe zu ſtürzen ſuchten. Eines Tages, als Marmaduke ſich auf dem Hofplatze des Tower umher⸗ trieb und mit ſeinen Freunden lachte und ſcherzte, kam Lord Montagu aus des Koͤnigs Kabinet und ging mit raſchem Schritte und gedankenvoller Stirn an ihm vor⸗ iber. Dieſer ſtolze Bruder des Grafen von Warwick hatte ſo weit auf die Empfehlung des Letzteren geachtet, daß er ſich mit einiger Höflichkeit wegen ſeiner Sprache auf dem Schützenplatze entſchuldigt, und ihn ſpäter, wenn er ihn in der Umgebung des Königs geſehen, mit einem Kopfnicken und einem kurzen„guten Morgen, junger Vetter!“ beehrt hatte. Doch als ſein Auge jetzt
auf Marmaduke fiel, während Alle vor dem mächtigen
Hofmann ihre Mützen abnahmen, rief er ihn mit ver⸗ traulichem Lächeln, welches er nie gegen ihn gezeigt, zu ſich, zog ihn auf die Seite, lehnte ſich zum großen Neide der Umſtehenden auf ſeine Schulter und ſagte lieb⸗
koſend:„Lieber Vetter Guy— ⸗
„Marmaduke, Euch zu Beſehl, Mylord!⸗ „Lieber Vetter Marmaduke, mein Bruber ſchätzt Euch um Eures Vaters willen. Und um die Wahrheit


