Teil eines Werkes 
1. Bd. (1846)
Entstehung
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358 einen Strick um den Hals bekommen; aber der Graf (denn der Lowe iſt nicht ſo wüthend, wie man ihn ſchil⸗ dert) kam von ſeinem erhöhten Sitze herunter und ſagte:Mann, mir gefällt Dein Muth und ich will Dich ſelber zum Ritter ſchlagen, damit ich Deinen Hand⸗ ſchuh aufnehmen und mit Dir kämpfen kann.

Und ſie fochten mit einander? Wackerer Haſtings!!

Nein; denn ob der Herzog von York es verbot, oder ob Lady Katharina nichts von einem Kampfe zwi⸗ ſchen ihrem Geliebten und ihrem Bruder wiſſen wollte, weiß ich nicht; aber Herzog Richard ſchickte Haſtings nach Irland und einen Monat ſpäͤter heirathete Lady Katharina Lord Bonville's Sohn und Erben ſo wenigſtens geht das Gerücht und ſo ſingen die Bänkel⸗ ſänger. Die Leute fügen hinzu, Haſtings liebe die Dame noch, obgleich er ſich gewiß zu tröſten weiß.

Sie lieben! Nein, nein das denke ich nicht, antwortete Sibylla in leiſem Tone und mit leicht ver⸗ zogener Lippe.

In dieſem Augenblick ging die Thür leiſe auf und Lord Haſtings ſelber trat ein. Er näherte ſich mit der Vertranlichkeit eines Mannes, der an den Ort gewöhnt war.

Und wie ſteht es mit dem großen Geheimniß, Herr Warner? Liebes Fräulein! Ihr erſcheint mir liebens⸗ würdiger in dieſem dunklen Zimmer, als wenn Ihr im Ballſaal Alle überſtrahlt. Ha! Herr Alwyn, ich bin Euch vielen Dank ſchuldig, daß Ihr mich zuerſt mit den ſeltenen Künſten der ſchönen Malerin bekannt machtet. Reicht mir jenen Stuhl, guter Alwyn.

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