356
„Es freut mich, dies zu hören, Fraͤulein; und ſo, da ich Euch Beiden meine Huldigung dargebracht habe, nehme ich Abſchied und bitte zugleich um die Erlaubniß, Euch von Zeit zu Zeit beſuchen zu dürfen, und wäre es auch nur, um dieſen würdigen Herrn über gewiſſe Ver⸗ beſſerungen in Betreff der Uhr, an welcher ich arbeite, zu befragen, und worüber er mich bei ſeiner tiefen Ge⸗ lehrſamkeit in der Mathematik ohne Zweifel unterrichten kann.— Lebt wohl. Ich habe der Laby Bonville einige Inwelen zu zeigen.“
„Der Lady Bonville!“ wiederholte Sibylla, die Farbe wechſelnd;„es iſt eine Dame von ausgezeichneter Liebenswürdigkeit.“
„So ſagt man— und mit einem thörichten Lord verbunden; aber der Scandal, der Wenige verſchont, wagt ſich nicht an ſie— was ein ſeltenes Lob für eine Hofdame iſt. Wenige Häuſer haben den Ruhm, wie has des Lord Warwick, daß alle Männer ohne Furcht und alle Frauen ohne Makel find.“
„Man ſagt,“ entgegnete Sibylla mit niederge⸗ ſchlagenem Blicke,„daß Lord Haſtings einſt ſehr zärtlich gegen Lady Bonville war. Habt Ihr dieſes Gerucht auch gehört?“
„Ja gewiß. In der Stadt hören wir alle Erzäh⸗ lungen vom Hofe; denn nach Koͤnig Eduard's Beiſpiel, ſpeist mancher Hofmann heute bei tem Bürger zu Mit⸗ tag, damit er morgen von dem Bürger Geld borgen kann. Ja gewiß; und daher, ſagt man, kommt es, daß Haſtings dem wackern Graſen nicht beſonders hold iſt.“
„Wie iſt die Geſchichte? Setzt Euch, Herr Alwyn.“


