„Seid Ihr gereist, junger Mann?“ ſagte die Her⸗
zogin.
„Nicht in fremden Ländern, gnädige Dame, doch habe ich viel mit Leuten gelebt, die weit in der Welt herumgekommen find.“*
„Ei! Und was ſagen ſie von den alten Freunden meines Hauſes, den Fürſten von Burgund?“
„Mylahy, alle Männer kommen darin überein, daß ein edlerer und gerechterer Fürſt, als Herzog Philipp nie
über tapfere Männer herrſchte; und die, welche die Weis⸗ heit ſeiner Herrſchaft geſehen haben, find tief bekämn⸗
mert bei dem Gedanken, daß einem ſo vortrefflichen und mächtigen Herren in ſeinem Alter durch ſeinen Sohn, den Grafen von Charolois, Sorge und Unruhe bereitet wird.“
Wieder verdüſterte ſich Margarethens ſchöne Stirn, und die Herzogin beeilte ſich zu antworten:„Die Strei⸗ tigkeiten zwiſchen Fürſten, junger Mann, können nie von Solchen, wie Ihr und Eure Freunde ſeid, richtig verſtanden werden. Der Graf von Charolois iſt ein edler Herr, und das Feuer muß in der Jugend herausbrechen. Der löwenherzige Richard von England war nicht weni⸗ ger ein mächtiger König wegen der Unruhe, die er als Prinz ſeinem Vater verurſachte.“
Alwyn biß ſich in die Lippe, um eine Antwort zurückzuhalten, die man nicht gut moͤchte aufgenom⸗ men haben, und indem die Königin die Smaragden und einige andere Schmuckſachen auf die Seite legte, ſagte ſie lächelnd zu der Herzogin:„»Soll der Köoͤnig dies für Euch bezahlen, Mutter, oher haben Eure


