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Die junge Prinzeſſin hatte viel von der majeſtäti⸗ ſchen Schönheit ihres königlichen Bruders, aber anſtatt des offenen und ſorgloſen Ausdrucks, der bei Eduard ſo bezaubernd war, lag in ihrer vollen und gebogenen Lippe, ſowie in ihrem großen und glänzenden Auge etwas zu⸗
gleich Stolzes und Leidenſchaftliches, was eine Be⸗
ſtimmtheit und Lebhaftigkeit des Charakters ausſprach, die ͤber ihre Jahre ging.
„Wählt für Euch ſelber, liebe Tochter,“ ſagte die Herzogin, zärtlich ihre Hand auf Margarethens volles Haar legend,„und laßt den edlen Gaſt, den wir erwar⸗ ten, geſtehen, daß unſere Roſe von England ſchöner blüht, als alle in der Welt.“
Die Prinzeſſin erröthete mit angenehm geſchmeichelter Eitelkeit bei dieſen Worten, näherte ſich der Königin und ſah ſchweigend ein Perlenhalsband an, welches Eliſabeth in der Hand hielt.
„Wenn ich es zu ſagen wagen darf,“ ſagte Alwyn, „ſo werden Perlen zu der jugendlichen Blüte Ihrer Ho⸗ heit ſehr gut ſtehen. Und ſeht, hier iſt auch der zu dem Halsbande gehoͤrige Schmuck; wenn,“ fügte der Gold⸗ ſchmied hinzu, indem er ſich tief verbeugte und vor ſich niederblickte—„wenn es nicht vielleicht Ihrer Hoheit mißfällig ſein ſollte, daß ſie in der Form von Lilien ge⸗ bildet ſind—*
Eine ungedulbige Geberde der Königin und eine plötzliche Wolke, die ſich über die ſchöne Stirn Marga⸗ rethens verbreitete, zeigten dem ſcharfſichtigen Handels⸗ manne ſogleich, daß er einen höchſt unwillkommenen Fehler begangen habe in dieſer letzten Anſpielung auf hie


