336 feind, den Lord Warwick, zu unterſtützen und Euch zu bitten, den Gerüchten, die ſeiner Ehre und ſeiner Ge⸗ ſandtſchaft nachtheilig find, keinen Glauben zu ſchenken.”
Die tiefe Klugheit dieſer Bemerkungen des Redenden und der wohlbekannte Groll zwiſchen ihm und Warwich, aus Gründen, die ſpäter zu erklären find, brachten eine ſtarke Wirkung auf Eduards Verſtand hervor, der ſtets kräftig war, außer wenn ihn Leidenſchaften umwehten. Aber Rivers, deſſen Groll gegen den Grafen nicht zu bezähmen war, begann von Neuem:„Jndem ich mein Urtheil dem des Lord Haſtings unterwerfe, Sire, den, wie wir wiſſen, die Liebe zuweilen blendet und deſſen Neigung zu der ſchoͤnen Schweſter des Grafen, der Laty Bonville, ihn vielleicht bewegt, den Tag zu vergeſſen, wo Lord Warwick—*
„ Schweigt, Mylord,“ ſagte Haſtings, blaß vor unter⸗ drücktem Zorne;„dieſe Beziehungen paſſen nicht für den Rath ernſter Männer.“
„Still, Haftings,“ ſagte Eduard heiter lachend— „die Weiber miſchen ſich in Alles; ſie haben mit Tiſch und Rath, mit Bett und Schlacht zu thun— überall wo Unheil vorgeht, da kann man gewiß ſein, daß eines Weibes ſchlaues Geſicht unter ihrem Schleier hervor⸗ guckt. Fahrt fort, Rivers.“
„Ich bitte um Verzeihung, Lord Haſtings,“ ſagte Rivers—„ich wußte nicht, daß Euch meine Erwide⸗ rung ſo tief verletzen würde; hier iſt noch ein Brief, den ich dem Könige noch nicht vorgelegt habe.“ Hierauf zog er eine Rolle aus ſeinem Buſen und las, wie folgt: „Geſtern bewirthete der Graf den Köͤnig, und als ich


