Teil eines Werkes 
1. Bd. (1846)
Entstehung
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329 triguen waren darauf beſchränkt, einen Ehemann zu betrügen oder ein Weib zu täuſchen, und geſchickt und erfolgreich waren ſie ohne Zweifel. Aber ein Laſter, welches ſtets verderblicher iſt als die Liebe zu den Wei⸗ bern, begann ihn zu beherrſchen, nämlich die Unmäßig⸗ keit bei der Tafel. Der geſuchte und anmuthige Epikuräis⸗ mus der früheren Normannen neigte ſich zu Leckereien, verabſcheute aber das Uehermaß und betrachtete mit Widerwillen die ſchweren Mahlzeiten und die tiefen Züge der Angelſachſen; doch dieſes charakteriſtiſche Merkmal war längſt unter den Nachkommen jenes edelſten aller edeln Geſchlechter verſchwunden. Warwick, deſſen ſtattliches, männliches Weſen Abſcheu empfand vor Allem, was nach welbiſchem Weſen oder Ausſchweifung ſchmeckte, pflegte zu erklären, er wolle lieber fünfzig Schlachten für Eduard den Vierten kämpfen, als einmal mit ihm zu Abend ſpeiſen! Die Mahlzeiten dieſes Königs des Mittelalters währten mehre Stunden und glichen faſt denen der ſpäteren römiſchen Kaiſer. Lord Montagu theilte nicht die Enthaltſamkeit ſeines Bruders Warwick. Nach Haſtings war er der beliebteſte Geſellſchafter des Königs. Er aß faſt eben ſo viel wie der König und trank nicht viel weniger. Von wenigen Hofleuten konnte man daſſelbe ſagen. Ueber die Verſchwendung und die Ausſchweifung des Hofes wurde indeß ein Schleier ge⸗ worfen, der die Jungen und Hochgeſtimmten blendete. Eduard war ein vollkommener Cavalier, tief durch⸗ drungen von der Romantik des Ritterthums, und wäh⸗ rend er das individuelle Weib als Weib zu ſeinem Spiel⸗ zeug machte, behandelte er das ideale Weib wie eine