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zur Compoſttion eines Gemäldes. Seine erſte Sorge ſollte die Auffaſſung eines ſo erhabenen Ganzen ſein, wie ſein Geiſt es nur umfaſſen kann— ſo harmoniſch und voll⸗ kommen, wie ſeine Kunſt es vollenden kann; ſeine zweite Sorge, der Charakter des Intereſſes, welches die Ein⸗ zelnheiten der Abſicht nach erregen ſollen.
Wenn wir geſchriebene Werke der Imagination mit Werken der Imagination auf der Leinwand vergleichen, ſo konnen wir uns am öeſten einen kritiſchen Begriff von den verſchiedenen Schulen bilhen, welche in beiden exi⸗ ſtiren, denn dem Schriftſteller und dem Maler find jene Style gemein, die wir den familiären, den pittoresken und den intellectuellen nennen. Wenn wir zu dieſem Vergleich zurückkehren, können wir ohne große Schwie⸗ rigkett Werke der Dichtung klaſſifiziren und ihnen ihren geeigneten Rang anweiſen. Der intellektuelle Styl wird wahrſcheinlich nie im erſten Augenblick die weiteſte Ver⸗ breitung finden. Wer es vorzieht, in dieſer Schule zu ſtudiren, muß auf Geringſchätzung vorbereitet ſein, denn die größte Vortrefflichkeit derſelben, ſelbſt wenn er ſie erreicht, iſt der Menge nicht geradezu einleuchtend. Wenn z. B. über ein neues Werk verhandelt wird, hören wir es vielleicht wegen einer auffallenden Stelle oder wegen eines vorragenden Charakters rühmen; aber wann hören wir je eine Bemerkung über die Harmonie der Conſtruktion, über die Fülle der Zeichnung, über den ldealen Charakter— über die weſentlichen Erforderniſſe, ku z, als ein Werk der Kunſt? Was wir am meiſten an dem Gemälde rühmen hören, finden wir am meiſten in dem Buche vernachläſſigt, nämlich die Compoſttion, und


