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wee, als Anna, nicht ſo wie Shakeſpeare es dar⸗ ſtellt, ſondern nach langer Bewerbung und dem Anſcheine nach im eigentlichen Sinne gezwungen ihre zweite Hei⸗ rath ſchloß, Richard ſie ſorgfältig von dem froͤhlichen Hofe ſeines Bruders fern hielt, und fie bei Lebzeiten Eduarbds ſelten oder nie in London erſchien.
Daß ſtets beträchtliche Dunkelheit auf den mit Edu⸗ ards beabſichtigten Verbrechen verbundenen Umßänden ruht— daß ſie nie unter den Klagen des ſtolzen Re⸗ bellen angeführt werden, iſt der Würde beiher Parteien und der Art der Beleidigung wegen natürlich— daß die nuͤchterne Geſchichte ſich nicht zu weit der Hypotheſe des Chroniſten hingibt, iſt recht und löblich. Aber wahr⸗ ſcheinlich werden Alle zugeben, daß die Dichtung hier ihren rechtmäßigen Bereich hat, und daß ſie durch keine unwahrſcheinliche oder grundloſe Conjeetur auf vernünf⸗ tige Weiſe helfen wird, die getrennteſten und dunkelſten Fragmente unſerer Annalen zu verbinden.
Ich habe es für beſſer gehalten, theilweiſe der Er⸗ wartung des Leſers zuvorzukommen, indem ich ſo offen angebe, was er zu erwarten hat, als dem viel weniger günſtigen Eindruck zu begegnen(ſollte er bisher an den
Andenken an einem Verbrechen mehr oder weniger nicht viel liegt, mag hier bemerkt werden, daß kein Grund vorhanden iſt, Glouceſter für einen Mitſchuldigen bei der Ermordung des jun⸗ gen Prinzen Eduard von Lancaſter zu halten, denn es iſt mehr als wahrſcheinlich, daß jener Prinz gar nicht ermordet wurde, fondern(wie wir gern von dem Enkel Heinrich des Fünſten hoffen möchten) männlich kämpfend auf dem Schlachtfelde ſtarb. Harleian Mſſ.; Stove's Chronik von Tewksbury; Sharon Tur⸗ ners Geſchichte von England. III. 335.


