Teil eines Werkes 
1. Bd. (1846)
Entstehung
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20 4 wahrſcheinlicher, daß das beleidigte Mädchen eine von Lord Warwicks eigenen Töchtern war, und dies iſt die allgemeine Annahme. Carte erklärt offen, daß es Iſa⸗ bella war. Aber Iſabella konnte es ſchwerlich ſein, denn ſie war ſchon damals an Eduards Bruder, den Herzog von Clarence, verhe irathet und es fehlte nur noch ein Monat zu ihrer Entbindung. Der Graf hatte nur noch eine Tochter, Namens Anna, die damals in der Blüte ihrer Jugend war; und obleich Iſabella eine auffal⸗ lendere Schönheit beſeſſen zu haben ſcheint, ſo müſſen doch Anna's Reize nicht unbedeutend geweſen ſein, um die Liebe des Laneaſtriſchen Prinzen Eduard zu gewinnen, und Richard, Herzog von Glouceſter, eine zärtliche und menſchliche Neigung einzuflößen.* Es iſt auch beterkens⸗

* Nicht nur Majerus, der niederländiſche Chroniſt, ſpricht von Richards früher Neigung zu Anna, ſondern Richards Be⸗ harrlichkeit, ſie heirathen zu wollen, zu der Zeit, wo ihre Fa⸗ milie unterdrückt und gefallen war, ſcheint die Annahme zu be⸗ ſtätigen. Freilich erhieit Richard mit ihr einen beträchtlichen Theil der Beſitzungen ihrer Eltern. Aber ſowohl Anna als auch ihre Eltern waren des Adels verluſtig erklärt worden, und die ganze Beſitzung ſtand zur Verfügung der Krone. Zu der Zeit hatte Richard Eduard die wichtigſten Dienſte geleiſtet. Er war ihm wäyrend Clarence's Rebellion treu geblieben er war ſowohl zu Barnet, als auch zu Tewksbury der Held des Tages ge⸗ weſen. Sein Ruf war damals außerordentlich hoch, und wenn er als rechtmäßige Belohnung die Beſitzung Middleham ohne die Braut gefordert, ſo hätte ihm Eduard dieſelbe nicht wohl ver⸗ weigern können. Er hatte gewiß einen viel beſſeren Anſpruch als der einzige andere Mitbewerber um die confiscirten Be⸗ ſitzungen, nämlich der meineidige und verächtliche Clarence. Ueber Anna's Widerſtreben, Richard zu heirathen und die Ver⸗ ſtellung, die ſie anwendete, ſiehe Miß Stricklands Leben Anna's von Warwick. Mehr zu Anna's als Richards Ehre, für deſſen